Grafiki: Caroline-Charlotte Kleinroth

13.10.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Nord, Staffel Ost, Staffel Süd, Staffel West · Von: cb/pm verein

Preview #Spieltag8

Es gibt das Wiedersehen einiger guter alter Bekannter an diesem Wochenende. Denn wenn sich im Norden der MTV Braunschweig und die Mecklenburger Stiere gegenüberstehen, wird der frühere Schweriner Keeper und nun in Diensten des MTV stehende Ariel Panzer seinen Vorderleuten sicher einige gute Tipps geben können. Ebenso verhält es sich im Westen, wenn die HSG Krefeld den TV Korschenbroich empfängt. Nur, dass vor allem auf Krefelder Seite weitaus mehr Spieler von diesem Gefühl betroffen sein werden. Im Osten stehen zwei Derbies an, die es in sich haben. Und im Süden will Aufsteiger SV Salamander Kornwestheim weiter für Furore sorgen und beim Zweitliga-Absteiger bestehen. Beim Duell TuS Dansenberg gegen den TV Hochdorf gilt das gleiche wie für das Duell im Westen zwischen Krefeld und Korschenbroich.

Staffel Nord: Die Euphorie ist in Potsdam verflogen

Hartnäckig hält sich der MTV Braunschweig in der Verfolgergruppe und weist lediglich einen Zähler auf den Tabellenzweiten TSV Altenholz vor. Die Mecklenburger Stiere, die sich mit 9:1 Punkten in Folge nach oben gekämpft haben, wundern sich selber über ihre gute Platzierung. „Wenn uns im Vorfeld der Saison jemand gesagt hätte, dass wir mit 9:3-Punkten so weit oben stehen, hätten wir das wahrscheinlich ein bisschen belächelt“, sagte Schwerins Trainer Dirk Schimmler. Für die Gastgeber geht es darum, die weiße Heimweste zu behalten und mit einem Sieg die vor ihnen platzierten Teams unter Druck zu setzen. „Schwerin ist sehr stark, sie zu schlagen wird schwer. Aber wir werden versuchen, unsere Chancen zu suchen und zu nutzen“, sagte Co-Trainer Udo Falkenroth. Für den Sieger der Partie geht es noch weiter nach oben.

Während das Duell zwischen den beiden Verfolgern eine gewisse Bedeutung für die Tabellenspitze hat, trifft dies auch auf das Auswärtsspiel der Handballfreunde Springe beim DHK Flensborg zu. Sollte der Deister-Express ins Rollen kommen, winkt ein riesiger Satz in der Tabelle und man wäre neben dem HSV Hamburg das einzige Team, mit lediglich zwei Miesen auf dem Konto.

Im Tabellenkeller heißt es Nerven bewahren. Erst Recht in Vier-Punkte-Spielen. Und eines steigt am Samstag in der Geestlandhalle. Nachdem die Gastgeber zuletzt einen Auswärtssieg in Burgwedel feierten, ist die zarte Euphorie bei den Potsdamern nach dem Unentschieden gegen Altenholz mit der Niederlage gegen Flensburg-Handewitt II vollends verflogen. 1:13 Punkte nach sieben Spieltagen sprechen eine eindeutige Sprache.

Staffel Osten: Die Derby-Liga geht in die nächste Runde

Derby am Freitagabend. Da dürfte wohl jedem Handballfan das Herz aufgehen. Und am heutigen Freitag geht es gleich zweimal rund. Den Auftakt bildet das Duell zwischen den Baggerseepiraten der HSG Rodgau Nieder-Roden und den MSG Falken Groß-Bieberau. Dem positiven Wahnsinn in eigener Halle, als Youngster Henning Schopper der HSG in der Schlusssekunde mit einem Wurf aus 12 Metern den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg über Altmeister TV Großwallstadt bescherte, folgte am vergangenen Wochenende in Hanau die totale Ernüchterung. Im Mittelteil der Derbytrilogie präsentierten sich die Baggerseepiraten lethargisch und ließen jeglichen Kampfgeist vermissen.

So konnten die Hanauer am Ende einen deutlichen und verdienten 25:20 Erfolg gegen ein HSG-Team feiern, welches nach dem 7. Spieltag nicht so recht weiß, wo es steht. In einer ausgeglichenen 3. Liga Ost, in der jeder jeden schlagen kann rangieren die Rodgauer aktuell mit 7:7 Punkten auf Platz 9 und müssen sich in Acht nehmen, will man aufgrund der zuletzt gezeigten Leistung nicht in die untere Hälfte der Tabelle abrutschen. Auf Trainer Jan Redmann, in Hanau privat verhindert, wartet also jede Menge Arbeit, um sein Team wieder in die Erfolgsspur zurückzuführen.

Nur knapp hinter den Baggerseepiraten haben sich die Gäste in der Tabelle eingereiht und schwimmen nach zuletzt zwei Siegen in Folge, darunter das überraschende 29:27 in Gelnhausen, auf einer kleinen Euphoriewelle. Das neuformierte Team von Trainer Thorsten Schmid (unter anderem verließen mit Benedikt Seeger, Lucas Lorenz und Daniel Zele drei arrivierte Kräfte die Odenwälder, die zudem auf Michael Malik verzichten müssen) konnte sich so nach 2:8 Punkten zu Saisonauftakt an die Mittelfeldplätze heranpirschen und stellte gerade die Baggerseepiraten in eigener Halle vor manche Herausforderung. Mit Rückraum-Shooter Markus Semmelroth (ehemals TV Hüttenberg) und Linkshänder Robin Büttner, dem erfahrenen kroatischen Altinternationalen Hrvoje Batinovic sowie Rechtsaußen Lucas Bauer (ehemals TV Kirchzell) prägen nun andere Spieler das Gesicht der Mannschaft, die gerne an die vergangenen Erfolge im Rodgau anknüpfen wollen.

Zwischen Aufsteiger SG Bruchköbel und der HSG Hanau wird es ebenfalls hoch hergehen. Vor dem Lokalkampf am siebten Spieltag gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden sagte HSG-Vorstand Uwe Just im Hinblick auf das nun anstehende Derby: „Historisch gesehen ist die Partie gegen die SG Bruchköbel für uns die Mutter aller Derbys. Ich freue mich sehr auf beide Spiele - das sind die absoluten Höhepunkte, die wir uns alle wünschen.“ Die HSG ist sicherlich leicht favorisiert. Doch Trainer Patrick Beer warnt gegenüber der Mainpost vor einer Brucköbler Besonderheit: „Bruchköbel ist die einzige Mannschaft, die mit zwei komplett verschiedenen Systemen spielt.“ Zum einen das seit Jahren bewährte System der langjährigen Stammkräfte um Tegaday Nuez Ramos, zum anderen das System der „Neuen“ um Jonas Ulshöfer. Da wird es im Derby auch darauf ankommen, wie schnell sich die Hanauer umstellen können.

Staffel West: Wiedersehen und Spitzenspiel

Wer bringt dem TuS Ferndorf die erste Saisonniederlage bei? Zuletzt biss sich die HSG Krefeld am Zweitliga-Absteiger die Zähne aus. Nun probiert sich Bayer Dormagen. Vierstellig sollte sie also schon werden, die Zuschauerzahl für das Spitzenspiel zu ungewohnter Stunde, das am Sonntag um 17 Uhr im TSV-Bayer-Sportcenter angepfiffen wird. „Ich hoffe", sagt der Handball-Geschäftsführer des TSV Bayer Dormagen, „die Stadt und die Region stehen hinter uns und unserem Vorhaben“, gegenüber der Rheinischen Post in Bezug auf den angepeilten Zweitliga-Aufstieg. Denn sollte Ferndorf auch in Dormagen die Oberhand behalten, hätte der TuS vier Zähler Vorsprung und die Spannung wäre erst einmal raus.

Acht Akteure im Kader der gastgebenden HSG Krefeld, inklusive des Trainers Olaf Mast liefen einmal im Korschenbroicher Dress auf. Nun kommt es zu einer Art Familientreffen, wie es die Rheinische Post bezeichnete. Und sportlich steht auch einiges auf dem Spiel. Denn der TV Korschenbroich fand mit seiner runderneuerten Mannschaft noch nicht den richtigen Zugriff auf die Saison und scheint noch in der Findungsphase zu stecken. Jeder Punkt kann Gold wert sein, um sich von den unteren Plätzen zu lösen. Und die Krefelder sind vor eigenem Anhang auch um Siegen verdammt, wenn der Anschluss an die Spitze gehalten werden soll.

Am heutigen Freitag kommt es zu einem Widersehen in einem etwas kleineren Rahmen. Wenn der VfL Gummersbach II den Leichlinger TV zum Duell bittet, dann trifft VfL-II-Trainer Maik Pallach auf seinen Ex-Klub. Pallachs Gummersbacher haben im bisherigen Saisonverlauf mit 8:6 Punkten positiv überrascht, der LTV steht mit Platz sieben (7:5) nicht da, wo sich der Meister von 2016 selber einordnet.

Staffel Süd: Turnaround und Bruderduell

Zweitliga-Absteiger TV 1863 Neuhausen fand sehr gut in die Saison, setzte sich mit 6:0 nach drei Spielen an der Spitze fest. Nun läuft es plötzlich nicht mehr. Es setzte drei Pleiten in Serie. Ganz anders sieht die Welt beim Aufsteiger SV Kornwestheim aus, der zusammen mit den Rhein-Neckar Löwen II das überraschende Führungsduo bildet. Trotzdem sieht Kornwestheims Trainer Alexander Schurr bei dem Gastspiel in der Außenseiterrolle. Denn schließlich verfüge der Kontrahent über den höchsten Etat der Liga und habe kräftig investiert. Trotzdem: „Und dass wir das können, das wissen wir. Dazu sind wir inzwischen selbstbewusst genug“, sagte Schurr gegenüber der Kornwestheimer Zeitung.

Wenn der TuS Dansenberg den TV Hochdorf empfängt, dürfte auf Hochdorfer Seite ein wenig Wehmut aufkommen. Etliche Ex-Spieler sowie Trainer Mirco Sliwa wirken nun bei den Dansenbergern, die schon einige Duftmarken in der Liga gesetzt haben, mit. „Es ist mir ehrlich gesagt Wurst, wer jetzt als Nächstes kommt. Wir brauchen die Punkte“, stellte TuS-Trainer Marco Sliwa unmittelbar nach der Auswärtspleite in Kornwestheim unmissverständlich klar. Heißt auch: Nach zwei Niederlagen in Serie will der Coach keine Rücksicht auf seinen Ex-Verein nehmen.

Wenn die SG Nußloch und die TSG Haßloch aufeinandertreffen, handelt es sich nicht nur um ein Derby sondern auch einen Bruderkampf gegen. Die Erfahrung ein Duell gegen seinen Bruder Tobias zu haben ist für Christian Job, Trainer der SG Nußloch, nicht neu. Denn bereits in der letzten Saison gab es das Bruderduell zweimal. Zuhause konnte die SGN einen ungefährdeten 31:27-Sieg einfahren und im Rückspiel ergatterten die Nußlocher einen Punkt beim 24:24 in der Pfalz. Die Bilanz gegen die TSG Haßloch ist also positiv für die SG Nußloch. Damit dies auch so bleibt ist ein Heimsieg am Sonntag Pflicht für die Blau-Weißen. Doch die SG durfte gewarnt sein. Haßloch kommt mit dem Rückenwind eines Last-Second-Sieges gegen den TV 1863 Neuhausen. Auf die Frage ob es ein besonderes Spiel ist antwortet Christian Job augenzwinkernd: „Ja klar ist es etwas Besonderes gegen seinen jüngeren Bruder zu spielen. Die ganze Woche über wird dumm gebabbelt, um nach dem Spiel zu sehen wer zurecht gebabbelt hat“.

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