Die Abwehr um Luis Sommer und Leon Pabst hatte die Pforzheimer Angreifer wie hier Kreisläufer Michal Wysokinski besser im Griff als in der Vorrunde. - Foto: TSV Neuhausen/Filder/Jörn Kehle

13.03.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

Großer Kampf zum verdienten Punkt - 30:30-Unentschieden gegen Pforzheim

Im Mittelfeldduell haben sich die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen/Filder von der TGS Pforzheim in der heimischen Egelseehalle mit 30:30 getrennt. Kämpferisch stark präsentierte sich die Mannschaft von TSV-Coach Ralf Bader, verlangte dem körperlich robusten Gegner alles ab und war dem Sieg sogar näher als die personell dezimierten Goldstädter. Am Samstag, 17. März, 20 Uhr, geht’s nun zum TSB Heilbronn-Horkheim.

„Das war ein wahnsinnig intensives Spiel und das Konzept von Neuhausen ist aufgegangen. Sie haben uns in der Abwehr aggressiv unter Druck gesetzt und unseren Spielmacher Maris Versakovs körperlich angegangen, was er nicht besonders liebt. Außerdem hat Hannes Grundler in der ersten Hälfte von überall gefackelt und wir waren zwischenzeitlich mit fünf Toren zurück. Wir haben aber weiter gekämpft, auch wenn wir vor der Pause wenig Zugriff hatten, und Sebastian Ullrich hat einige Bälle gehalten. Das Unentschieden geht in Ordnung, denn es gab auch von uns Abspielfehler und vergebene Würfe, aber ich bin hochzufrieden, wie wir mit diesem dezimierten Kader aufgetreten sind“, äußert sich TGS-Sportchef Wolfgang Taafel zur Partie.

„Ich habe mir schon vor zwei Wochen Gedanken gemacht und gedacht, dass Pforzheim zum richtigen Moment kommt, weil sie körperlich gebeutelt sind. Ich habe mir dann aber das Video gegen Fürstenfeldbruck angesehen und da waren sie richtig stark. Ich habe mich dann gefragt, was ich tue, mich dann aber entschieden voll auf die 3:2:1-Formation zu setzen. Am Anfang hat das gut funktioniert und wir haben Mann gegen Mann gespielt und auch nach vorne lief es gut. Schade war, dass es zum Bruch kam, als ich wechseln musste, denn wir konnten nicht mehr Stand halten. Die beiden Kreisläufer und Maris Versakovs haben gezeigt wie stark sie sind und innerhalb von drei Minuten waren vier Tore weg. Unsere beiden Torhüter waren stark und haben viele Bälle gehalten, aber die Pforzheimer Torhüter waren noch besser, trotzdem haben wir einen Punkt geholt. Die Rote Karte gegen Timo Flechsenhar war korrekt, aber wir haben gekämpft bis zum Umfallen, deshalb bin ich hochzufrieden, weil es ein tolles Drittligaspiel war“, grämt sich Bader nicht, dass es nur zu einem Punkt gereicht hat.

„Wenn man sieht, wie chancenlos wir im Hinspiel waren, dann wären wir vorher mit einem 30:30 zufrieden gewesen. Letzte Woche war Pforzheim gegen Fürstenfeldbruck extrem stark, deshalb wussten wir, dass wir gegen den starken Kreis und Versakovs alles geben müssen. Wenn man ein Tor vorne ist, möchte man natürlich gewinnen, am Ende ist das Ergebnis aber so in Ordnung“, fügt der 15-fache Torschütze und Kapitän Hannes Grundler hinzu.

Die Filder-Handballer starteten stark und legten von Beginn an vor. Über 2:0 und 7:4 wuchs die Führung zwischenzeitlich auf 10:5 an (13.). Beim 11:6 nach Weltmeister Andrej Klimovets seine erste Auszeit und plötzlich war sein Team im Spiel. Die nächsten vier Treffer gehörten den Gästen, weshalb Bader seinerseits reagierte (18.). Nun war seine Truppe wieder stabiler und konnte den Abstand wieder auf 15:12 vergrößern. In Überzahl gelang der TGS der 15:16-Anschlusstreffer, wenig später der 16:16-Ausgleich und sogar die 17:16-Führung. Grundler konnte mit seinem bis dahin elften Treffer den 17:17-Pausenstand besorgen.

Nach dem Wechsel wirkten die Goldstädter wacher und gingen mit 20:18 in Front (33.). Die MadDogs besannen sich nun wieder und stellten den 20:20-Gleichstand her (35.). Danach musste Routinier Timo Flechsenhar vorzeitig zum Duschen, und Pforzheim zog wieder auf 20:22 davon. Eine Zeitstrafe gegen Klimovets nutzten die Bader-Boys zum 23:23-Ausgleich und zogen beim 25:24 wieder vorbei (46.). Die Badener glichen durch Versakovs aus, aber nach einem Doppelschlag waren die Hausherren mit 27:25 vorne. In der Folge war die Klimovets-Sieben nur vom Siebenmeterstrich erfolgreich, Durst und Grundler hielten mit ihren Treffern aber die Zwei-Tore-Führung, die auch noch beim 30:28 bestand hatte (56.). Die TGS konnte verkürzen und die Gastgeber mussten die letzten anderthalb Minuten in Unterzahl bestreiten. Sieben Sekunden vor Schluss kamen die Gäste zum Ausgleich, der letzte TSV-Angriff ergab nur noch einen direkten Freiwurf, mit dem Grundler an der Mauer scheiterte.

TSV Neuhausen/Filder – TGS Pforzheim 30:30

TSV Neuhausen/Filder: Arnold, Gross; Durst (3), Pabst, Hipp (1), Eisele (2), Fleisch, Grundler (15/5), Reinhardt (1), Flechsenhar (1), Roos (1), Sommer (3), Holder, Keppeler (3).

TGS Pforzheim: Binder, Ullrich; Taafel, Bujotzek (3), Kikillus (10/6), Mitzel, Sruk (7), Fassunge, Wysokinski (2), Andrej Klimovets, Dykta (2), Alexander Klimovets (3), Versakovs (3).

Schiedsrichter: Hehn/Tauchert (MTV Stadeln).

Zuschauer: 600.

Zeitstrafen: Durst, Hipp, Flechsenhar (2), Roos, Sommer; Andrej Klimovets, Verskovs (2).

Besonders Vorkommnis: Rote Karte Flechsenhar (TSV) wegen groben Foulspiels (37.).

Siebenmeter: 6/5 Grundler trifft den Pfosten, 7/6 Kikillus scheitert an Gross und trifft im Nachwurf.

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