Wildgänse rupfen Marienberg - Im Vordergrund feiern die Spielerinnen des HC Salzland ihren Triumph über den HSV Marienberg (im Hintergrund) - Foto: Detlev Schreiter

21.04.2015 · 3. Liga, Frauen 3. Liga, Staffel Ost · Von: pm verein

Stark gekämpft, aber spielerisch nicht auf der Höhe – Marienberg unterliegt Salzland

Im Kampf um die Silbermedaille in der 3. Liga Staffel Ost mussten die Handballerinnen des HSV 1956 Marienberg durch eine vermeidbare 24:22 Niederlage beim spielstarken Tabellenvierten HC Salzland einen Rückschlag hinnehmen. Die HSV-Damen um Trainer Robert Flämmich, dem sein Vertrag zu Saisonende nach zwei sehr erfolgreichen Jahren ausläuft, stehen dadurch nach langer Zeit wieder punktgleich (37:13 Pkt.) hinter Fritzlar auf dem dritetn Platz.

Diesen hervorragenden Rang, der zudem der größte Erfolg in der 59-jährigen Geschichte des Marienberger Frauenhandballsports darstellt, können sie nur noch theoretisch und mit Schützenhilfe verbessern. Um sich aber diese Chance selbst zu erhalten, muss sich die Flämmich-Sieben gegenüber dem bis zuletzt sehr hart umkämpften Spiel beim HC S deutlich steigern.

Denn von Beginn an war im HSV-Angriff Sand im Getriebe und die angesagten Kombinationen verpufften oder wurden mit energischer Abwehrarbeit der „Wildgänse“ zerstört. Die HSV-Damen lagen außer beim 1:1(2) von Beginn (1:0/ 3:1) bis zum Ende immer im Rückstand, der beim 9:3 (15.) schon sehr bedrohlich war. Mit großem Kampfgeist kamen sie wieder zur Pause mit 10:11 heran.

Trotz ungewohnt vieler Fehler war noch nichts verloren. Die zweite Spielhälfte verlief ähnlich. Immer wenn die ihr Team wieder bestens unterstützenden HSV-Fans einen Treffer lautstark bejubeln konnten und auf die Wende hofften, passierten wieder teilweise primitive Fehler und der HC bestrafte diese mit Gegentoren. Die Wildgänse verwalteten daher den Vorsprung (17:14/ 44.) und schraubten diesen sogar wieder höher (21:16 /50.). Zudem fiel leider in der folgenden Aufholjagd auch noch Jana Foksova verletzt aus.

Die Marienbergerinnen gaben sich aber niemals auf und kamen mehrmals wieder hoffnungsvoll (21:19/53./22:20/55./23:21/ 56.) heran. Der mögliche Ausgleich und der damit verbundene wichtige Punktgewinn gelang nicht.

„Es trat genau das ein, was wir erwartet haben: eine schwere Aufgabe, die nur zu lösen ist, wenn bei uns alles passt. Doch genau das hat es diesmal nicht. Über das ganze Spiel gesehen, standen wir uns in vielen Phasen selbst im Weg und konnten das Heft nicht an uns reißen. Salzland hat sehr engagiert, zuweilen auch oberhalb der erlaubten Grenze agiert. Doch selbst aus den vielen resultierenden Minuten in Überzahl konnten wir kein Kapital schlagen. Die Hausherren waren den ganzen Spielverlauf über in der Vorhand und wir konnten immer nur versuchen, zu reagieren. Doch in einem Spitzenspiel ist das zu wenig, da muss man selbst agieren und den Gegner zum Reagieren zwingen. Leider fanden wir uns aber zu oft in dieser Rolle wieder, denn aus unseren eigenen Möglichkeiten haben wir zu wenig gemacht: viele Fehlwürfe, Ballverluste durch Fehlabspiel und immer wieder das Weitergeben von Verantwortung im Angriffsgeschehen, anstatt selbst die Lösung zu suchen, waren ausschlaggebend dafür, dass wir uns so schwer taten“, kritisierte Flämmich.

Und weiter: „Zugute halten muss man der Mannschaft aber, dass sie sich gegen die Niederlage gewehrt hat: selbst nach mehrmaligem Rückstand mit teilweise fünf Toren kämpfte sie sich immer wieder heran. Auch unsere Abwehr hat über große Strecken gut gearbeitet. Dabei ist uns aber in den psychologisch wichtigen Momenten, wie zum Beispiel bei doppelter Überzahl, niemals der Ausgleich gelungen und wir haben den Gegner damit aufgebaut. Aber es gibt im Sport nun mal solche Tage, wo nicht alles zusammenläuft. Der Gegner hatte seinen regen Anteil daran, dass wir nicht voll zur eigenen Entfaltung kamen. Mit der neutralen Brille gesehen, geht der Sieg für Salzland somit völlig in Ordnung – Glückwunsch an unsere Gastgeber. Ebenso Glückwunsch an die SG Kirchhof, die an diesem Spieltag den Meistertitel verdient erringen konnte. Gern hätte ich mit unseren Mädels bei meinem letzten Auswärtsspiel für den HSV nochmal gewonnen, denn die Busfahrten waren stets amüsant und es wurde ausgiebig gefeiert nach einem Sieg. Aber ich werde am kommenden Sonntag noch einmal alles daran setzen, mit der Mannschaft gegen Union Halle erfolgreich zu sein, damit wir noch die kleine Chance auf den Silberrang wahren können, ich mich ordentlich von unseren Fans verabschieden kann und wir auch allen Grund haben, anschließend gemeinsam zu feiern,“ resümierte diesmal sehr ausführlich der HSV-Trainer.

Die Torschützenbeste beim HSV war Evelina Kalasauskaite (6) und beim HC S Justine Schmitz(9/3).

HSV: Denise Reichel/ Nataliya Gaiovych - Jana Foksova (2/1), Evelina Kalasauskaite (6), Eva Kracmanova (3), Lucie Hribova (1), Vicky Schütze (4), Karin Schererova (4), Stephanie Gaitzsch (2), Krystyna Konarzewska .

Zuschauer. 150, Siebenmeter: 3/1 HSV, 4/3 Salzland , Zeitstrafen: HSV 3, Salzland 6 plus eine Disqualifikation.

Schiedsrichter: Pierre Laurentzsch, Maik Lehmann, Sekretär: Falko Witt, Zeitnehmer: Wolfgang Platte.

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