Jasmin Helen Müller wuchtet den Ball zum Sieg in die maschen. - Foto: Hans-Jürgen Berg

18.12.2017 · 3. Liga, Frauen 3. Liga, Staffel Ost · Von: pm verein

Herzschlagfinale geht an die Piranhas: 26:25-Erfolg zwei Sekunden vor Schluss

Das Ende hätte kein Krimiautor besser verfassen können. Der SC Markranstädt liegt zur Halbzeit mit 13:10 in Führung, kann sich auf 17:11 absetzen, gelangt durch zahlreiche 2-Minuten-Strafen (gesamt 10 – 7 in 2. HZ) sogar in 22:24-Rückstand, ein Sieg scheint ausgeschlossen. Doch der 25:25-Ausgleich nach 57. Minuten bringt neue Hoffnung. Zwei Minuten vor dem Ende bekommt der Gast HSG Kleenheim einen Siebenmeter zugesprochen. Nina Hess verwandelte bisher alle sechs Strafwürfe sicher, doch Nummer sieben geht an die Latte. Aber auch der Siebenmeter für den SCM findet kein Ziel. So nehmen beide Teams in den letzten Minuten noch ein Team-Timeout. Der Krimi findet sein Ende im letzten Freiwurf zwei Sekunden vor dem Ende. „Jasmin Helen Müller haut ihn im Sprungwurf in den obere linke Ecke und dann ging alles im Freudentaumel unter.“ SCM-Trainer Torsten Löther ist erleichtert nach der Zitterpartie. „Alle Emotionen der Offiziellen und Spielerinnen wurden rausgelassen, das Publikum hat den Sieg honoriert. Es war ein super Ende der Hinrunde.“

Der Sieg gegen den Tabellenzweiten Kleenheim stimmte alle zufrieden. „Wir konnten von Anfang an den Rückraum in den Griff bekommen und den Gegenstoß unterbinden,“ so Löther weiter. „Wir mussten mehrfach die Konzepte umstellen, aber alle Mädels haben sich für die anderen aufgeopfert und nur so konnte dieser Erfolg zustande kommen“.

Siegtorschützin Jasmin Helen Müller war beim Freiwurf absolut fokussiert. „Ich wollte den selbst verschossenen Siebenmeter wieder gut machen.“ Auch sie hätte dieses Herzschlagfinale gerne vermieden. „Bis zur 40. Minute hatten wir das Spiel gut im Griff. Aufgrund der vielen Zeitstrafen in der zweiten Halbzeit haben wir etwas den Rhythmus verloren. Wir hätten den Sack aber auch schon viel eher zu machen können. Mit dem Sieg haben wir den Fans und uns ein tolles vorzeitiges Weihnachtsgeschenk bereitet.“

Müller dankt auch der tollen Leistung der Torhüterin Wiebke Detjen. An ihr scheiterten die Gäste aus Hessen gerade in der ersten Hälfte reihenweise, sie brachte die nötigen Prozente Sicherheit und der SCM seinerseits konnte im Gegenzug Tore einfahren. Auch Vanessa Kathner überraschte die Gäste, was Löther erfreute. „Endlich hat sie ihre Klasse gezeigt und sich und uns als Mannschaft wichtige Erfolgserlebnisse gebracht. Sie war ein Unruheherd, den die HSG unterschätzte.“ Ihr wichtiger 25:25-Ausgleich brachte die Siegeshoffnung zurück.

Kleenheims Trainer Julian Reusch zollte im Trainergespräch Respekt und beglückwünschte dem SCM zum verdienten Sieg. Das Glück, was den Piranhas in bisherigen Spielen oft verwehrt war und zu knappen Niederlagen führte, war dieses Mal mit ihnen.

Mit 12:10 Punkten und sicherem Abstand vor den Abstiegsrängen überwintern die Piranhas und machen erst einmal eine Weihnachtspause, bevor es am 2. Januar wieder ins Trainingsgeschehen geht. Denn der Rückrundenstart am 14. Januar 2018 beginnt gleich mit dem Derby gegen den HC Leipzig.

SC Markramstädt: Detjen, Laneus – Müller (4/davon 3 Siebenmeter), Pöschel (4), Schmidt (4), Dietrich, Smolik (3), Paluskiewicz, Funke (5), Conrad (2), Kathner (4), Paul.

Anzeige
Banner DHB-Rahmentrainingskonzeption
Hanniball