28.11.2017 · 3. Liga, Frauen 3. Liga, Staffel Nord · Von: pm verein

Last-second-Niederlage in Frankfurt (Oder) – Frogs-Ladies verlieren 30:29

In der 3. Liga Nord mussten die Handball-Frauen des SV Henstedt-Ulzburg nach einer dramatischen Schlussphase die dritte Saison-Niederlage hinnehmen. Nach einem leichtfertigen Ballverlust traf der Frankfurter HC mit dem Schlusspfiff zum 30:29-Sieg und verteidigt damit die Tabellenführung.

Die Frogs-Ladies reisten zum ersten Mal einen Tag vor dem Spiel an und verbrachten die Nacht in Berlin. Ausgeschlafen und ausgeruht ging es dann weiter nach Frankfurt/Oder, wo das Team von SVHU-Trainer Sven Rusbült fokussiert und hochmotiviert auflief. Unterstützt wurde Rusbült von Rosario Cassara (sportlicher Leiter SVHU), der den verhinderten Co-Trainer Frank Hamann vertrat. Nicht im Kader standen Caroline Rodewald, Tara Schumacher und Helen Andersson. Lina Röttger stellte sich mit noch nicht ganz ausgeheiltem Nasenbeinbruch in den Dienst der Mannschaft. Auch Merline Wünsche, die die Auswärtsfahrt erkrankt antrat, und Katharina Rahn, die weiterhin an Knieproblemen laboriert, bissen die Zähne zusammen.

Das Spiel begann so wie erhofft. Das FHC-Team fand gegen die kompakte SVHU-Abwehr keine Lösung. So kamen die Frogs-Ladies zu ihrem Tempospiel und erzielten einfache Tore. Die 14:9-Führung aus SVHU-Sicht ging Mitte der ersten Halbzeit somit vollkommen in Ordnung. Auch die folgenden Minuten wurden von den Frogs-Ladies bestimmt, auch wenn der FHC besser ins Spiel fand und in der 25. Minuten auf 11:14 verkürzen konnte. Eine zweifelhafte Zeitstrafe gegen Katharina Rahn sorgte dann für Unruhe im SVHU-Lager und das Spiel kippte. Das Heimteam nutzte die Überzahlphase gnadenlos aus und verkürzte bis zum Pausenpfiff auf 14:15.

Nach dem Seitenwechsel löste Kathrin Grawitter ihre Kollegin Merline Wünsche ab, die aufgrund ihrer Erkältung nicht weiterspielen konnte. Die Partie verlief nun sehr ausgeglichen und für die zahlreichen Fans äußerst spannend. „Sowohl die FHC-Anhänger als auch unsere SVHU-Fans haben tolle Stimmung auf den Rängen verbreitet. Das war fair, respektvoll, richtig laut und einfach klasse“, berichtete SVHU-Teammanager Stefan Schubert.

Auf beiden Seiten dominierten nun die Angriffsreihen, während sich die Defensivabteilungen ebenfalls auf beiden Seiten einige Aussetzer leisteten. Nach dem 22:22 blieb es auch bis zur Schlussminuten spannend wie in einem Krimi. In den letzten Sekunden rettete SVHU-Torfrau Kathrin Grawitter ihr Team mit einer grandiosen Parade und die Frogs-Ladies sicherten zunächst den Ball. Zehn Sekunden vor dem Abpfiff warf Sven Rusbült die Grüne Karte auf den Zeitnehmer-Tisch und versammelte seine Schützlinge zu einer letzten Besprechung. Es wurde nun alles auf Sieg gesetzt, eine siebte Feldspielerin betrat für Kathrin Grawitter das Feld. „Wir wollten damit die 4:0+2-Abwehr des FHC ausnutzen und den großen Raum in der Breite ausnutzen“, erklärte Rusbült die taktische Maßnahme. Leider verlor Marleen Kadenbach in der gegnerischen Abwehr den Ball, das nötige taktische Foul im Halbfeld wurde verpasst und der schnelle Wechsel zurück zu Kathrin Grawitter funktionierte nicht. Die Gastgeberinnen konnten somit den letzten Ball in das verwaiste SVHU-Tor werfen, der mit dem Schlusspfiff über die Torlinie rollte. Freudentänze auf FHC-Seite, enttäuschte Gesichter bei den Frogs-Ladies.

„Wir wollen immer auf Sieg spielen und dazu muss man auch mal auf Risiko gehen, leider wurde das heute nicht belohnt. Unter dem Strich haben wir aber gerade im Angriff ein sehr gutes Spiel gemacht. Diese Leistung wird uns dennoch Auftrieb für die letzten zwei Spiele der Hinrunde geben“, munterte SVHU-Trainer Sven Rusbült sein Team auf.

Die Frogs-Ladies genießen nun ein spielfreies Wochenende und bereiten sich auf das Auswärtsspiel beim Tabellenletzten vor. Am 09. Dezember tritt die Rusbült-Sieben beim VfL Stade an (Anwurf 18:00 Uhr).

SV Henstedt-Ulzburg: Merline Wünsche, Kathrin Grawitter; Sophia Plötz, Janicke Bielfeldt (n.E.), Maren Gajewski (n.E.), Marleen Kadenbach (5/1), Marthe Nicolai (4), Katharina Rahn (5), Tina Genz (5/1), Annika Jordt (5), Nelly Thümer (1), Jana Grützner, Lina Röttger (4), Anna Nowatzki.

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