Gerhard Döll betont die gemeinsamkkeiiten. - Foto: Verein

06.05.2017 · 3. Liga, Frauen 3. Liga, Staffel West · Von: pm verein

Ober-Eschbach „Pirates“ und Vortaunus bilden im Frauenhandball eine Spielgemeinschaft

Es ist in unserer Region kaum möglich, so viele qualifizierte und engagierte Kräfte im Frauen- und Mädchenhandball in einem Verein zu versammeln, dass sowohl die Damen- als auch die weiblichen Jugendmannschaften eine überdurchschnittlich erfolgreiche Rolle spielen und zudem ein Breitenbereich als Grundlage hierfür vorhanden ist. Dies bleibt meist den Bundesligisten vorbehalten. Kaum möglich? Weit gefehlt!

Die Verantwortlichen der TSG Ober-Eschbach und der FSG Vortaunus/wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt trafen sich zu Gesprächen und überlegten gemeinsam, wie man Kräfte zum Nutzen aller beteiligten Vereine bündeln könnte. Hierbei stellten alle Beteiligten schnell fest, dass es viele Chancen und Möglichkeiten in einer Zusammenarbeit gibt, um den Handball im weiblichen Bereich in unserer Region zu stärken und ALLEN Handballerinnen im Leistungs- wie auch im Breitenbereich eine sportliche Heimat zu bieten.

Ab der kommenden Saison wird es eine Spielgemeinschaft der erwähnten Vereine mit dem Namen FSG Ober-Eschbach/Vortaunus geben. Den jeweiligen Männerbereich tangiert diese Maßnahme nicht.

In der hiesigen Region spielt im weiblichen Jugendbereich die Spielgemeinschaft aus Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt eine überragende Rolle. Die weibliche B-Jugend, die ohne Punktverlust Hessenmeister wurde, schaffte es jetzt sogar sich für das Final Four der Deutschen Meisterschaft und für die A-Jugendbundesliga der kommenden Saison zu qualifizieren. Alle anderen Jugendmannschaften spielen in ihrer jeweils höchsten Liga, hierbei konnten auch in der abgelaufenen Saison wieder einige Meisterschaften errungen werden. Die Damenmannschaften der Spielgemeinschaft treten unter dem Namen FSG Vortaunus in einer Spielgemeinschaft mit dem TV Hofheim an, hier spielt die erste Mannschaft in der Landesliga, die zweite Mannschaft steht vor den entscheidenden Spielen um den Aufstieg in die A-Klasse.

Die TSG Ober-Eschbach hingegen spielt in der hiesigen Region eine dominierende Rolle mit den Frauen, wenn man die letzten 16 Jahre betrachtet. Davon verbrachte die TSG acht Jahre in der zweiten- und acht Jahre in der dritten Liga. Gerade die jüngsten Beispiele zeigen deutlich wie schwer es für viele Clubs ist, die zweite Liga zu stemmen. Dies alles zusammen unterstreicht die herausragende Leistung bei den Pirates Frauen. Der sportliche Erfolg in dieser Saison mit dem vierten Platz in der dritten Liga bestätigt diese Beobachtung.

Durch den Zusammenschluss wird nun eine breite Basis für die Zukunft gelegt. Gerhard Döll, TSG Ober-Eschbach: „Wenn man die üblichen Vereinsprozesse kennt, ist es geradezu sensationell, dass wir uns auf eine Zusammenarbeit verständigen konnten. Wir haben allergrößten Respekt vor der Leistung, die bei den Spielgemeinschaften aus Bad Soden, Schwalbach, Niederhöchstadt und Hofheim erbracht wird. Alle vier Vereine sind Vorreiter in der Öffnung ihrer Arbeit über Vereinsgrenzen hinaus zur Stärkung des Mädchen- und Frauenhandballs in unserer Region. Wir sind gerne mit unserem Know-how ein weiterer Stabilisator für diese Arbeit. Jedoch sind wir gedanklich meilenweit davon entfernt, uns nur ein Stück aus einem vorhandenen Kuchen herausschneiden zu wollen. Wir arbeiten gemeinsam an dem gesamten Projekt.“

Wir müssen im Interesse unserer Mädels gemeinsam nach vorne denken. Wir sehen zuerst die Chancen und werden auftretende Probleme gemeinsam lösen. Wenn wir das nicht tun, werden wir auch unter Berücksichtigung des Rückgangs handballspielender Mädchen und Frauen alle Verlierer sein. Die Zuwanderung von außen wird das Problem fehlender Spielerinnen nicht lösen. Helft mit, dass wir am Ende alle Gewinner in der Breite und in der Spitze sind.“

Rainer Mies, Spielleiter der wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt und Abteilungsleiter der TG Bad Soden: „Wir widmen uns in der wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt und der FSG Vortaunus nur dem weiblichen Damen- und Mädchenhandball, dies ist in der gesamten Rhein-Main-Region einzigartig und auch landesweit eine große Ausnahme. Unsere gesamte Aufmerksamkeit ist komplett auf die weiblichen Sportlerinnen ausgerichtet und gewährleistet somit eine optimale Ausbildung und Förderung in der Breite und in der Spitze. Die Basisarbeit ist Grundlage für alles und allen beteiligten Vereinen wichtigster Punkt, um eine nachhaltige Arbeit in der Ausbildung der Spielerinnen zu gewährleisten. Wir freuen uns sehr über den weiteren Ausbau unserer Spielgemeinschaft, in unseren Gesprächen wurden viele mögliche Felder einer gemeinsamen Zusammenarbeit definiert, die das Projekt „Handball just for girls“ weiter voranbringen werden. Wir können uns nur bei allen beteiligten Vereinen für die offene Diskussion über den eigenen Vereinstellerrand hinaus bedanken.“

Christian Ries, Spielleiter der FSG Vortaunus und Abteilungsleiter des TV Hofheim:„Ich freue mich durch den Ausbau des Leistungsspektrums in der FSG nun für ALLE Spielerinnen eine für sie passende Spiel- und Trainingsmöglichkeit zu haben und allen handballbegeisterten Spielerinnen, die sich für die FSG und die wJSG mit ihren vielen Ausbildungsmöglichkeiten entscheiden, eine Heimat bieten zu können.“

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