Aus und vorbei: Jörg Förderer ist nach dem 33:41 in Wiesbaden und dem Sturz auf einen Abstiegsplatz als Trainer der SG OSC Löwen Duisburg zurückgetreten. - Foto: Biene Hagel

21.04.2015 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel West · Von: aha

Alex Koke glänzt beim 25. Ferndorfer Sieg, Duisburgs Trainer Jörg Förderer tritt zurück

Die Osterpause hat dem TuS Ferndorf überhaupt nicht geschadet. Der Spitzenreiter der 3. Liga West befindet sich unverändert in einem ausgezeichneten Rhythmus und feierte beim 36:29 (18:15) in der Sporthalle Kreuztal seinen schon 25. Sieg in Serie. Und das größte Lob kam von der Gegenseite. „Ferndorf ist mit Abstand das beste Team in der Liga. Es hätte vieles passen müssen, um hier zu punkten“, sagte Florian Kehrmann. Der Bundesliga-Trainer des TBV Lemgo hatte die Verantwortung getragen, weil Youngsters-Coach Christian Plesser die Lemgoer A-Jugend betreute, die ihr Viertelfinal-Hinspiel der Deutschen Meisterschaft bestritt und mit 21:23 gegen den SC DHfK Leipzig verlor. Eben auch deshalb war das U-23-Team nur mit sieben Feldspielern ins Siegerland gereist. „Es war richtig, alles in die A-Jugend zu legen“, sagte Florian Kehrman.

Das Ergebnis dieser Drittliga-Partie täuscht ein wenig über den Verlauf hinweg. Es war vor allem in der ersten Halbzeit ein enges, „es war ein intensives Spiel“, wie Florian Kehrmann meinte. Geprägt wurde es vor allem von zwei Akteuren: dem zwölfmaligen Ferndorfer Torschützen Alex Koke sowie dem elfmaligen Lemgoer Torschützen Georg Pöhle. Nachdem sich der TuS bis zur Pause dank eines 4:0-Laufes von 14:14 auf 18:14 abgesetzt hatte, ehe beim 18:15 die Seiten getauscht wurden, legte er schnell den Grundstein zum Erfolg. Und zwar mit einem 5:0-Lauf nach dem 19:17. Julian Schneider, Daniel Mestrum, Bennet Johnen, Patrick Bettig und erneut Daniel Mestrum erhöhten vorentscheidend auf 24:17.

„Aber wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren“, erklärte Lemgos Trainer Florian Kehrmann, der sich über das Comeback von Torwart Felix Hendrich nach dessen Kreuzbandriss freute, „Am Ende hat unsere Kraft nicht mehr gereicht.“ Was bei nur sieben Feldspielern auch kein Wunder ist.

Letztlich war der 36:29-Erfolg für den TuS Ferndorf, so ist es auf der Internet-Seite des Klubs zu lesen, „fast schon ein Meilenstein auf dem Weg zum Titel und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga“. Das ist jedoch eine Formulierung, mit der sich Trainer Erik Wudtke überhaupt nicht anfreunden kann. Seine Aufmerksamkeit gilt ausschließlich dem nächsten Gegner, und dieser steht seit Samstagabend wieder auf einem Abstiegsplatz: die SG OSC Löwen Duisburg, die beim Schlusslicht HSG VfR/Eintracht Wiesbaden mit 33:41 das Nachsehen hatten.

Danach kam es übrigens zum Knall: Trainer Jörg Förderer erklärte seinen Rücktritt und wird somit am kommenden Sonntag (26. April, 16 Uhr) im Heimspiel gegen den TuS Ferndorf nicht mehr auf der Löwen-Bank sitzen. „Das war Arbeitsverweigerung“, kommentierte Jörg Förderer den Wiesbaden-Auftritt seines ehemaligen Teams im Gespräch mit der NRZ. „Das tue ich mir und meiner Familie nicht mehr an.“ Es gab auch direkt einen knallharten Konter von Torwart Matthias Reckzeh. „Das ist feige“, sagte der Löwen-Kapitän. „So etwas macht man drei Spieltage vor Saisonschluss nicht.“ Gemeinsam mit Thomas Molsner, der 2013/14 bereits Co-Trainer war, wird Matthias Reckzeh bis zum Saisonende die Interimslösung bilden. Weil der VfL Gladbeck gegen die SG Ratingen beim 27:27 einen Punkt geholt hat, liegt er nun mit 19:35 Zählern auf dem viertletzten Rang – einen Punkt vor Duisburg, drei Zähler vor dem Soester TV und fünf vor Wiesbaden.

TuS Ferndorf: Rottschäfer, Puhl – John (1), D. Breuer (1), Koke (12/2), S. Breuer, Thomas (2), Weis (1), Johnen (6), Bettig (4), Barkow (1), Schneider (3), Mestrum (5).

Lemgo Youngsters: Ende, Hendrich – Anton (5/1), Ebner (5), Binder (2), Hübscher (1), Waldhof (2), Pöhle (11), von Boenigk (3).

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