Grafik: Caroline Kleinroth

13.02.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga · Von: cb

Drittliga-Review #Spieltag21

Bereits am Freitag standen wegweisende Begegnungen in der vier Staffeln der 3. Liga an. Das setzte sich am Samstag und Sonntag nahtlos fort. Nachdem im Norden die meisterfrage scheinbar geklärt ist, spitzt sich der Abstiegskampf im Norden weiter zu. Genauso wie im Süden. Im Westen haben zwei Teams ganz wichtige Siege eingefahren und sich erst einmal von den bedrohten Plätzen gelöst. Im Osten riss eine beeindruckende Heimserie und das Überraschungsteam HC Erlangen II gibt weiter Vollgas.

Staffel Nord: Burgwedel bleibt erstmals cool und Empor-Krise verschärft sich weiter

Zwei Siege nach der Winterpause fuhr Handball Hannover Burgwedel nach der Winterpause ein und schöpfte wieder Hoffnung im Abstiegskampf. Dann folgten die beiden einkalkulierten Niederlagen gegen den HSV Hamburg und den TSV Altenholz. An Spieltag 2o0 stieg nun das erste wirkliche Endspiel gegen die HG Hamburg-Barmbeck. Und in diesem behielten die Schützlinge von Trainer Jürgen Bätjer mit 2322 die Oberhand. Nach den vielen Negativ-Erlebnissen der Hinrunde, in der man viele Spiele auf den letzten Metern aus der Hand gab oder gar in letzte Sekunde verlor, offenbarten die Handballdinos nun, dass sie auch in der Schlussphase einmal kühlen Kopf bewahren können. Acht Sekunden vor der Schlusssirene traf Stefanos Michailidis vom Barmbecker Kreis aus zum vielumjubelten Sieg. Mit zwölf Punkten lösten sich die Niedersachsen seit vielen Monaten wieder von den Abstiegsrängen, während die Gäste weiter auf dem (eigentlichen) letzten Platz rangieren. „Spielerisch war das heute nichts Dolles, schöner Handball sieht anders aus. Wir haben schon wesentlich bessere Spiele gezeigt und können deutlich mehr. Darum geht es in unserer aktuellen Situation aber nicht. Entscheidend sind zwei wichtige Punkte auf der Habenseite“, kommentiere Bätjer, während sein Trainerkollege Holger Bockelmann haderte: „Burgwedel bekam bis zum 10:5 kein Bein auf die Erde. Dann zeigten wir wieder unser zweites Gesicht. Es wurde Handball gearbeitet statt gespielt.“ Mit der Abwehrleistung zeigte sich der Coach jedoch zufrieden.

Noch tiefer in die Krise schlitterte der HC Empor Rostock durch die 27:28-Heimnsiederlage gegen den HSV Hannover. Nach einer dramatischen Schlussphase standen der Zweitligaabsteiger wieder mit leeren Händen da. Zur Halbzeit führten die Gäste noch mit 16:10, mussten aber der angespannten Personallage Tribut zollen und mussten die Gastgeber Stück für Stück heranlassen. Aber in der dramatischen Schlussphase avancierte Keeper Jonas Lange zum großen Helden als der einen Strafwurf von Rostocks Michael Höwt entschärfte und anschließend von seinem Team gefeiert wurde. Die 700 Zuschauer verfielen von einer Sekunde auf die andere in eine Schockstarre. „Das ist extrem bitter, dass ich diese Chance nicht genutzt habe“, meinte Höwt gegenüber der Ostsee-Zeitung.

Staffel Ost: Northeim kanns noch – „von-Hermanni-Effekt bringt Kantersieg“

Sechs sieglose Spiele (1:11 Punkte) brachten Aufsteiger Northeimer HC an den Rand der Abstiegsränge. Den Negativlauf stoppten die Niedersachsen nun mit einem 34:21-Kantersieg gegen den TV Germania Großsachsen. Nach einem 60-minütigen Sturmlauf hieß es 34:21. Neun Tore steuerte Jannes Meyer zum Heimsieg bei, darunter den Vierer-Pack vom 13:12 zu 16:12 an. Und das binnen drei Minuten. Eine kleine Vorentscheidung. Nach dem Wechsel zogen die Gastgeber, denen Neuzugang Lothar von Herrmani, der vom Zweitligisten Eintracht Hildesheim zum NHC wechselte, viel Schwung brachte, unaufhörlich davon. Für den TVG ist der gute Rückrunden-Start nun nach zwei Niederlagen in Folge Geschichte. Die Saasemer sinn vor dem Hirschberger Derby gegen die SG Leutershausen wieder im Abstiegskampf angekommen.

Für den SC Magdeburg II ging im Duell gegen den HC Erlangen II eine Serie zu Ende. Zum ersten Mal in der laufenden Saison musste man in eigener Halle die Waffen strecken (28:29). Nach dem 3:3 in der achten Minute liefen die SCM-Youngsters bis zum 24:24 und 28:28 permanent einem Rückstand hinterher, doch der Tabellenzweite brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. „Wir haben ohne Juan de la Pena ein tolles Tempospiel gezeigt und unglücklich verloren. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die mit immerhin neun A-Jugendspielern antrat“, meinte Trainer Vanja Radic nach der spannenden Begegnung. Auf Erlanger Seite erwischte Nicolas Gräsl einen Sahnetag und traf zwölf Mal unter anderem zum 29:28-Siegtreffer 50 Sekunden vor dem Ende. Die vor der Saison im HCE-II-Lager anvisierten 26 Punkte sind nach einer bis jetzt anhaltenden 13:1 Serie seit Anfang November mehr als frühzeitig erreicht und sogar mit 27 übertroffen.

Staffel West: Longericher SC kann an Karneval nicht gewinnen

Zum Auftakt der Session am 11. November feierte der Longericher SC noch einen berauschenden Heimsieg über die HSG Krefeld. Nun – am Ende der Session – setzte es eine herbe 20:28-Niederlage beim OHV Aurich. In Ostfriesland erreichten die Kölner vor 950 Zuschauern zu keinem Zeitpunkt Betriebstemperatur. Die Gastgeber kamen daher zu einem ungefährdeten Heimerfolg, insgesamt der dritte in Serie. Die Mannschaft von Trainer Arek Blache hat nun vier Punkte Vorsprung auf Handball Lemgo II auf dem ersten Abstiegsplatz. „Das war sensationell von jedem in jeder Lage“, freute sich OHV-Coach Arek Blache gegenüber den Ostfriesischen Nachrichten überschwänglich.

Nach zuletzt bitteren Wochen, lächelt man auch wieder im Münsterland. Die Ahelener SG siegte bei den Bergischen Panthern 32:26 (12:11). Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte erhöhte die ASG die Schlagzahl und zweimal Dimitri Stukalin, zweimal Mattes Rogowski und einmal Philipp Lemke bauten die Führung bis zur 39. Minute auf 17:12 aus. Das Spiel der Panther zeigte in dieser Phase gar keine Wirkung mehr und so nahm Marcel Mutz in der 44. Minute die Auszeit, um seine Mannschaft noch einmal zu justieren. Es brachte nichts. Während die Ahlener ausgelassen auf der ASG-Partynight ab 21:11 Uhr in der Stadthalle Ahlen ausgelassen gefeiert haben durften, war die Panther-Stimmung beim anschließende Kostüm-Ball wohl eher verhalten.

Staffel Süd: Überragende Abwehrdisziplin und Loic Laurent

Wie gewonnen, so zerronnen. Die SG Nußloch musste nach der vor zwei Spieltagen so mühsam erkämpften Tabellenführung nun den zweiten Dämpfer in Folge hinnehmen. Die TGS Pforzheim entführt beim 27:26 beide Punkte beim amtierenden Meister, dessen Aufstiegsträume einen herben Dämpfer erhielten. Es war die zweite Heimniederlage binnen sieben Tagen. „Heute hat man gesehen, was mit einem starken Willen möglich ist“, freute sich TGS-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel gegenüber der Pforzheimer Zeitung über den Auswärtssieg. „Das macht einen schon stolz.“ Zuvor konnte die TGS drei Niederlagen und ein Remis einfahren und nun feierte die Mannschaft von Trainer Andrej Klimovets wieder einen Sieg. Nach Taafels Auskunft sah man nach dem 60 kämpferischen Spielminuten „strahlende Gesichter“.

Eine Woche vor dem Neuhäuser Stadtderby gab es für den TV 1893 Neuhausen einen Rückschlag. Gegen Aufsteiger TuS 04 Dansenberg hatte der Zweitliga-Absteiger auf eigenem Parkett mit 20:25 das Nachsehen. Der neue Interims-Spielertrainer Ferdinand Michalik musste nach dem 13:13 zur Pause viele einfache technische Fehler mit ansehen. Die die luden die Gäste, die im Abstiegskampf nun bis auf einen Punkt an die Gastgeber heranrücken, zu einfachen Ballgewinnen ein. Im Positionsangriff überzeugte vor allem der wurfgewaltige Dansenberger Neuzugang Loic Laurent mit neun Treffern. Mit einem 5:1-Zwischenspurt zum 16:20 (43.) legte die Sieben von Coach Marco Sliwa den Grundstein für den ersten Auswärtssieg in der laufenden Saison. Näher als bis auf zwei Tore kam der TVN nicht mehr heran. Mit drei Toren in Folge zum 23:18 (54.) machte der überragende Laurent endgültig alles klar und brachte den ersten TuS-Auswärtssieg unter Dach und Fach. Beeindruckend: Das Team aus Kaiserslautern verteidigte in diesem Vier-Punkte-Spiel im Kampf um den Klassenerhalt extrem diszipliniert, handelte sich keine Zeitstrafe ein und ließ keinen Strafwurf zu.

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