Kevin Wolfs sechs Treffer reichten nicht zum Sieg für den HCOB. - Foto: Maike Fischer

13.02.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

In Unterzahl entgleitet die Begegnung – HCOB verliert unglücklich 29:30 gegen Pfullingen

Was für ein Handball-Krimi, was für ein unglückliches Ende für den HC Oppenweiler/Backnang. In Unterzahl entglitt dem Handball-Drittligisten in den beiden Schlussminuten das dramatische Württemberg-Derby gegen den VfL Pfullingen. Die Gäste siegten mit 30:29, haben einen Riesenschritt in Richtung Klassenverbleib gemacht, dem HCOB blieb an diesem Abend nur Enttäuschung.

Vier der vorangegangenen fünf Spiele beider Teams endeten Remis, das wäre auch dieses Mal die dem Spielverlauf entsprechende Variante gewesen. Doch Fortuna neigte sich den Gästen zu, die am Ende eine erfolgreichere Aktion mehr auf dem Konto hatten und den Sieg davontrugen. Micha Thiemann avancierte zum Matchwinner, er machte den Erfolg mit seinen beiden Toren in den Schlussminuten möglich.

Der VfL profitierte von einer umstrittenen Entscheidung des Schiedsrichterteams Yannik Brandt und Hendrik Fleisch aus Ostfildern. Zwei Minuten vor dem Ende hatte sich VfL-Handballer Daniel Schliedermann durchgesetzt, er war mit seinem Wurf aber an Schlussmann Sven Grathwohl gescheitert. Zunächst Riesenjubel bei den Hausherren ob der großartigen Rettungstat, dann Entsetzen: Die Schiedsrichter zeigten auf den Siebenmeterstrich und stellten Chris Hellerich mit einer Zeitstrafe vom Platz. Angesichts dessen, dass die beiden Referees im gesamten Spiel bis dahin überhaupt nur zwei Zeitstrafen ausgesprochen hatten, obwohl es außerordentlich viele intensive Zweikämpfe gegeben hatte, war diese Hinausstellung in diesem Moment wohl des Guten zu viel, auf jeden Fall aber ein klarer Vorteil für den VfL. Thiemann glich per Siebenmeter aus, dann scheiterte HCOB-Handballer Tobias Hold in Unterzahl an Keeper Daniel Schlipphak. VfL-Coach Till Fernow nahm eine Auszeit, wieder traf Thiemann, 29:30, das Spiel war auf den letzten Drücker gedreht, denn mit einem Mann weniger kamen die Gastgeber nun nicht mehr zum Erfolg. Riesenjubel bei Pfullingen, der HCOB stand mit leeren Händen da.

Vielleicht rächte sich da, dass die Hausherren im Rückraum weitestgehend mit drei Leuten durchgespielt hatten. Ruben Sigle, Kevin Wolf und Tobias Hold hatten in der ersten Halbzeit beeindruckende Treffsicherheit an den Tag gelegt, sie hatten auch an der 24:21-Führung nach einer Dreiviertelstunde großen Anteil. Dann aber ließ die Qualität der Würfe nach, einige Male zu oft war beim gegnerischen Keeper Endstation. Felix Raff schaffte einige Minuten Entlastung, aber Benjamin Röhrle fehlte, er musste (wie auch Philipp Maurer) erneut zusehen. Die Hausherren egalisierten die Angriffs-Flaute lange Zeit durch enormen Kampfgeist in der Abwehr, sie ließen nur wenig Gegentore zu, dennoch drehte der VfL die Partie, auch in dieser Phase mit zwei Toren in Überzahl. Hinzu kam, dass die Hausherren drei Siebenmeter vergaben. In Durchgang eins lagen sie zeitweise mit drei Toren vorne, das war aber das höchste der Gefühle, Pfullingen ließ natürlich nie locker, legte seinerseits zwei Tore vor. Zur Pause hatte der HCOB aber wieder auf ein Tor aufgeschlossen. Nach dem Seitenwechsel dominierten die Hausherren die Begegnung, das 24:21 ließ den Traum vom Sieg leben, dann kehrte der VfL mit fünf Toren in Serie zurück. Der HCOB legte nochmals vor, Chris Hellerich traf regelmäßig vom Kreis, 27:26, 28:27, 29:28. Dann aber erhielt der Kreisläufer jene eingangs geschilderte Hinausstellung – und Thiemann schoss den VfL ins Handball-Glück.

Trainer Matthias Heineke: „Wir hatten in der ersten Halbzeit Probleme im Rückzugsverhalten, ansonsten war es von beiden Mannschaften ein hochklassiges Offensivspiel. Nach der Pause haben wir uns die Führung zurückerobert, zum Ende hin haben wir aber ein wenig in der Wurfqualität nachgelassen, das war vielleicht entscheidend. Ich muss meiner Mannschaft trotzdem ein Kompliment machen, alle haben unglaublich gekämpft.“

Trainer Till Fernow: „Es ist unglaublich, wie sich die beiden Mannschaften nun schon seit Jahren auf gleichem Level begegnen. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat den Sieg heute als Kollektiv errungen.“

HC Oppenweiler/Backnang: Thomas Fink, Sven Grathwohl (Tor), Florian Schöbinger, Tobias Hold (6/1), Ruben Sigle (6), David Szilagyi (n.e.), Chris Hellerich (4), Kevin Wolf (6), Philipp Schöbinger, Tom Kuhnle, Florian Frank (3), Felix Raff, Lukas Köder (4/1). – Trainer: Matthias Heineke.

VfL Pfullingen: Magnus Becker, Daniel Schlipphak (Tor), David Wittlinger (3), Marc Breckel (1), Robin Keupp (1), Micha Thiemann (8/3), Paul Prinz (1), Christian Jabot (5), Lennard Müller (1), Axel Goller, Nico Hiller (4), Lukas List (3), Daniel Schliedermann (3). – Trainer: Till Fernow.

Schiedsrichter: Yannik Brandt (Ostfildern) und Hendrik Fleisch (Ostfildern).

Zuschauer: 600.

Siebenmeter: 2/5 : 3/3 (Köder scheitert an Schlipphak und wirft an den Pfosten, Hold scheitert an Schlipphak).

Zeitstrafen: 4:2 Minuten (Sigle, Hellerich – Breckel).

Spielverlauf: 8:5, 13:11, 18:19 – 24:21, 24:26, 28:27, 29:30.

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