Manfred Hofmann (links) an der Seite des Weltmeistertrainers Vlado Stenzel. Der Weltmeister-Torhüter von 1978 ist nun die Sportlicher Leiter des TV Großwallstadt. - Foto/Montage: picture alliance/Kleinroth

16.08.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Ost, DHB-Pokal · Von: cb

Die Hoffnung auf das frühere Hochglanz-Duell

Zwischen den Jahren 1973 und 1991 hieß der Deutsche Meister 15 Mal entweder VfL Gummersbach oder TV Großwallstadt. Nur GWD Minden und TuSEM Essen konnten diese Vorherrschaft durchbrechen. Auch im DHB-Pokal dominierten die Oberbergischen und die Mainfranken. Am kommenden Wochenende könnte es wieder dieses traditionsreiche Duell geben. Denn der Drittligist aus Großwallstadt rechnet sich in der 1. Runde gegen den Zweitligisten HG Saarlouis Chancen aus. Im zweiten Spiel der Viererrunde ist der ehemalige Rekordmeister gegen den Erstliga-Absteiger HSC Coburg favorisiert.

Wenn die beiden Traditionsklubs aufeinander trafen, ging es in hoch her. „Das waren immer sehr umkämpfte Spiele“, erinnert sich Manfred Hofmann. Der Weltmeister-Torwart von 1978 war eine der prägenden Figuren dieser Ära und dieser Duelle und übernahm jüngst die Verantwortung für die sportliche Leitung des TVG. Aus den vielen Kämpfen, in denen sich zwei Drittel der Nationalmannschaft gegenüber standen, hat für das kollektive Gedächtnis der Anhängerschaft und für Hofmann eines einen ganz besonderen Stellenwert: „Das war unsere erste Deutsche Meisterschaft in der Halle 1978. Der VfL kam mit einem Punkt Vorsprung zu uns ins Elsenfeld. Nach dem Spiel waren wir vorne.“

Gut erinnern kann sich auch Walter Klug. Der Geschäftsführer der Großwallstädter, der für den TVG zu Feldhandball-Zeiten in der Bundesliga auflief, erlebte das entscheidende Duell natürlich als Zuschauer im zum Bersten gefüllten Elsenfeld mit. „Deswegen ist es schon eine besondere Aussicht, dass wir unter Umständen in eigener Halle wieder auf Gummersbach treffen könnten“, freut sich Klug, der nach Erstliga-Abstieg, dem Lizenzentzug und dem daraus resultierenden Gang in die 3.Liga nun versucht, mit seiner Crew den Verein zu konsolidieren und den Anhängern die Hoffnung auf bessere sportliche Zeiten zu geben. Helfen soll dabei vor allem die TVG-Akademie, die sich in der Nachwuchsarbeit einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat. Nationaltorhüter Andreas Wolff und Nationalspieler Jannik Kohlbacher sind nur zwei prominente Aushängeschilder der Nachwuchsarbeit.

Die soll in Zukunft auch eine entscheidende Rolle beim Streben nach sportlichen Erfolgen spielen. Hofmann leitet seit 2009 die Akademie. Seine Benennung zum Sportlichen Leiter unterstreicht die Fokussierung auf die Nachwuchsarbeit und die Einbindung der ausgebildeten Talente. „Als Sportlicher Leiter bin ich ja noch taufrisch. Ich muss mich erst noch einarbeiten“, möchte Hofmann durch seinen Namen keine übertriebenen Erwartungen im Umfeld wecken. Vielmehr müsse man „nun unter Zeitdruck umbauen“, hat Hofmann viele Aufgaben und wenig Zeit bis zum Pokalwochenende.

Das wird wieder eines unter Beweis stellen. Der Handball, der inzwischen auch in der 3. Liga gespielt wird und die Zeiten von damals sind nicht miteinander zu vergleichen. Das hat auch der 110fache Nationaltorwart erkannt: „Das Flair dieses Duell ist weg. Es hat ein bisschen Patina angesetzt.“ Vielleicht wird die Aussicht auf das Hochglanz-Duell vergangener Jahrzehnte trotzdem viele frühere Anhänger in die Sporthalle Großwallstadt ziehen und dem TVG die Möglichkeit bieten, für die anstehende Spielzeit in der 3.Liga Ost, kräftig Eigenwerbung betreiben zu können.

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