Der Hessenmeister SG Bruchköbel sieht sich selber in der Außenseiterrolle. - Foto: Verein

24.08.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Ost · Von: cb

Aufsteiger SG Bruchköbel - Peu a peu konkurrenzfähig werden

Hessenmeister mit 46:6 Zählern. Eine stolze Bilanz. Folgerichtig geht die SG Bruchköbel nun in der 3. Liga Ost auf Punktejagd. Dabei geht das Team aus dem Main-Kinzig-Kreis mit einer ziemlich unerfahrenen Mannschaft an den Start. Den größten Erfahrungsschatz, den die SG in die Waagschale werfen kann, lauert neben dem Spielfeld. Dementsprechend geht der Neuling als krasser Underdog in die kommende Spielzeit.

„Wir haben keine Angst“, sagte Jannik Hoffmann gegenüber der Offenbach-Post. Der 24-Jährige schätzt die familiäre Atmosphäre in den kleinen Verein. „Da wird einem auch mal ein längerer Urlaub verziehen“, berichtet der Kreisläufer. Der Mann, der bei der SG Dietesheim/Mühlheim das Handball spielen lernte, wechselte bereits als C-Jugendlicher in zur SG und gehört somit wie fünf weitere Spieler des aktuellen Drittliga-Kaders zu den Eigengewächsen. Der Aufstieg ist für den Lehramtstudenten deswegen ein besonderer. Den hätte er bereits ein Jahr früher schaffen können. Doch Hoffmann wiederstand den Avancen der HSG Hanau. Die spielte in der abgelaufenen Saison eine sehr gute Rolle im Osten, landete auf Anhieb auf Platz neun.

Ein Fingerzeig für den amtierenden Hessenmeister? Eher nicht, wenn man den Worten des SG-Trainers Oliver Hubbert Glauben schenken darf. „Für uns geht es darum, peu a peu konkurrenzfähig zu sein“, betont der ehemalige Zweit- und Drittligaspieler der des TV Gelnhausen. Understatement oder Realitätssinn? Eher zweites. Denn der Leistungssprung zwischen vierter und dritter Liga ein enorm. Darüber hinaus hingen Leistungsträger der Meistermannschaft mit Ablauf der letzten Saison die Schuhe an den Nagel. Allen voran Mittelmann Tegaday Ramos-Nuez (159 Saisontore) und Ante Vuko, den Hoffmann als seinen Mentor bezeichnet. Zudem wird Iteb Boualia ebenfalls seine Karriere beenden. Der Tunesier stand sogar für sein Land auch bei einer Weltmeisterschaft zwischen den Pfosten. „Sie reißen natürlich Riesenlücken“, weiß auch Hoffmann. Zumindest bleiben Ramos-Nuez und Boualia als Assistenten im Trainerstab erhalten. Vuko bleibt dem Verein als Mannschaftsbetreuer erhalten. Somit ist die Erfahrung neben dem Platte deutlich größer als die darauf.

Sei es drum. Nun müssen es eben die Neuen und die Jungen richten. Und die SGB hat durchaus auch Qualität dazugewonnen. Zum Beispiel im linken Rückraum: Zum einen kam Max Kraushaar. Der gehörte zum Kader des Erstliga-Aufsteigers TV Hüttenberg. Der 24-Jährige muss aber nach einigen Verletzungen erst einmal wieder in Tritt kommen. In der vergangenen Zweitliga-Saison kam der Rechtshänder auf zwei Einsätze bei den Hüttenbergern. Außerdem lotsten die Verantwortlichen den 22-jährigen Edi Pjanic von der U23 der HSG Wetzlar nach Bruchköbel. Das Erbe Ramos-Nuez‘ auf der Spielmacher-Position soll Jonas Ulshöfer antreten. „Für mich war er einer der besten Rückraum-Mitte-Spieler in der vergangenen Oberliga-Saison“, hält Hubbert große Stücke auf den Neuzugang von der TSG Münster. Zudem wechselte Yannik Woiwod von der HSG Kleenheim zur SGB.

Auch wenn Vorbereitungs-Ergebnisse nicht wirklich bewertbar sind, sind diese doch zumindest ein kleiner Fingerzeig. Der Liganeuling scheint bereits in Fahrt zu sein. Zuletzt sicherte man sich den Sieg beim Weininsel-Turnier des Drittliga-Absteigers MSG Groß-Umstadt. Unter anderem waren dort die Drittligisten MSG Groß Bieberau, HSG Rodgau Nieder-Roden, HSC Bad Neustadt und der TV Gelnhausen am Start. Zudem sammelte ein SGB-Quintett in diesem Sommer Erfahrungen auf internationalem Parkett. Jannik Hoffmann, Yannik Woiwod, Marius Sülzbach, Jonas Ulshöfer und Jonas Heuer spielten mit dem Team der Uni Frankfurt bei der Studenten-Europameisterschaft und scheiterten erst im Halbfinale am späteren Vize-Europameister Uni Duisburg/Essen.

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