Marc Strohl und die HSG Hanau bieten ihren Fans eine Menge Nervenkitzel. - Foto: Verein

29.01.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Ost · Von: pm verein

Ohne Drama geht es nicht – HSG Hanau verspielt Sieben-Tore-Vorsprung

Drama-Queen HSG Hanau. Kein Heimspiel ohne den ganz normalen Wahnsinn. Wieder einmal hat das Team von Trainer Patrick Beer die Nerven der Fans auf eine Zerreißprobe gestellt. Im ersten Spiel im neuen Jahr trennte sich die HSG Hanau und der SV Anhalt Bernburg in der 3. Handball-Liga Ost letztlich 22:22 (14:9).

Dabei verspielten die Grimmstädter in der zweiten Hälfte einen Sieben-Tore-Vorsprung, mussten aber am Ende froh sein, dass der Nimbus der Unbesiegbarkeit in eigener Halle weiterhin Bestand hat. Mit 20:14 Punkten rangiert die HSG auf Tabellenplatz sechs.

„Das war ein selbstverschuldeter Punktverlust. Hochachtung vor der Bernburger Mannschaft, die sich nie aufgegeben hat. Wir haben eine junge Mannschaft und heute die Erfahrung gemacht, dass man auch nach 45 Minuten mit einer hohen Führung im Rücken weiter Vollgas geben muss“, bilanzierte Trainer Beer.

Die HSG Hanau kam nach sechswöchiger Winterpause nur langsam in Fahrt. Ohne die drei Stammkräfte Yaron Pillmann, Lukas Lorenz und Philipp Reuter tat sich der Gastgeber vor 450 Zuschauern zunächst schwer. Ausgerechnet der Auslandsrückkehrer Jannik Ruppert gab Sekunden nach seiner ersten Einwechslung das Signal zum Angriff. Mit seiner zweiten Ballberührung erzielte er nach 18 Minuten das 7:7.

14 Sekunden später ließ Hannes Geist das 8:7 folgen. Es war die erstmalige Führung für die Hanauer. Danach folgte die spektakulärste Phase von Kapitän und Publikumsliebling Sebastian Schermuly. Der Keeper parierte innerhalb von sechs Minuten drei Siebenmeter der Gäste und brachte die 450 Zuschauer in der Main-Kinzig-Halle erstmals im neuen Jahr wieder so richtig in Wallung.

Mit diesem Rückenwind klappte es auch im Angriff immer besser und die HSG Hanau kam über ein 12:7 (26.) zum 14:9 Pausenstand. Auch danach änderte sich das Bild nicht. Die Gastgeber, gestützt auf einen starken Schermuly, glänzten zwar nicht, bauten aber ihren Vorsprung mit einer soliden Mannschaftsleistung bis zum 18:11 (42.) kontinuierlich aus. „Zu diesem Zeitpunkt haben wir das Spiel klar dominiert“, sagte Beer.

Was dann passierte, konnte sich hinterher keiner der Anwesenden so richtig erklären. Mit einem 8:1-Lauf glichen die Bernburger, die sich zu keiner Phase des Spiels aufgegeben hatten, nach 53 Minuten zum 19:19 aus. „Ein unerklärlicher Einbruch“, sagte Beer, dessen Team im Angriff überhaupt keine Durchschlagskraft mehr entwickeln konnte, während sich die Bernburger gestützt auf den überragenden Torhüter Maximilian Folchert, in einen Rausch hineinsteigerten.

Umso bemerkenswerter war die Tatsache, dass die jungen Hanauer in der Schlussphase nicht gänzlich den Kopf verloren und zurückfighteten. Das Momentum lag zu diesem Zeitpunkt schließlich klar auf Seiten der Gäste. In einer dramatischen Schlussphase hatten beide Teams den Sieg in der Hand, am Ende trennte man sich letztlich leistungsgerecht 22:22. Damit bleiben die Hanauer als einzige Mannschaft zu Hause weiterhin ungeschlagen.

„Das Remis ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang“, sagte Beer nach der Partie. „Aber klar: Wir werden das Spiel analysieren und müssen darüber reden“.

Die Chance, den verlorenen Punkt wieder zurückzuholen, gibt es bereits am kommenden Samstag. Dann muss die HSG Hanau um 19.30 Uhr zum Derby beim wiedererstarkten TV Gelnhausen antreten. Die Hanauer Straßenbahn GmbH, Partner der HSG Hanau, wird zu diesem Anlass einen Sonderbus einsetzen. Abfahrt ist um 17 Uhr (Doorner Halle) und um 17.15 Uhr (Einfahrt zur Otto-Hahn-Schule).

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