Fassungslosigkeit auf der Konstanzer Bank: Nach einem furiosen Start in die Rückrunde steht die HSG-A-Jugend nach einer Derby-Pleite gegen Balingen im Bundesliga-Endspurt unter Druck. - Foto: Pisa

14.03.2018 · Jugend-Bundesliga, JBLH männlich · Von: pm verein

„Sind oftmals einen Schritt zurück gegangen“ - HSG Konstanz verliert erstes Endspiel

Nach zuvor fünf Spielen in Folge ohne Niederlage hat die A-Jugend der HSG Konstanz im Endspurt um Platz sechs die dritte Niederlage hintereinander gegen direkte Konkurrenten hinnehmen müssen. In einem kampfbetonten, intensiven Derby gegen mit Balingen-Weilstetten behielten die Schwaben trotz der Konstanzer Aufholjagd und mehrmaligen Anschlusstreffers die Ruhe und hielten sich selbst – mit einem mehr ausgetragenen Spiel – zumindest noch im Rennen um Rang sechs, während HSG-Trainer Thomas Zilm nach wie vor fest davon überzeugt ist: „Wir haben es immer noch selbst in der Hand. Zwei Siege aus den letzten beiden Spielen müssten reichen.“ Doch es wird eng für sein Team.

Die HSG, die ohne ihren etatmäßigen Kreisläufer Johnny Polis auskommen musste, hatte dabei sogar den besseren Start. Nach drei Minuten stand es 3:1 für die Gelb-Blauen vom Bodensee. Zweifacher Torschütze: Hendrik Dahm, der sich als Aushilfs-Kreisläufer sehr beachtlich schlug und mit fünf Toren ein gutes Spiel ablieferte. Doch nach acht Minuten war es der körperlich starke Max Oehler, der die Gallier von der Alb das erste Mal mit 5:4 in Führung brachte. Auch wenn den Gastgebern in dieser Phase immer wieder Ausgleich bis zum 8:8 gelang (15.), es wurde nun offensichtlich, dass die Probleme im Konstanzer Spiel der letzten Partien erneut auftraten und gnadenlos ausgenutzt wurden. Während Balingen viel Aggressivität, Emotionen und auch Härte in die Partie brachte, agierte Konstanz vor allem in der Deckung wieder viel zu brav und schaffte es nicht, im Verbund Stabilität auszustrahlen. Vielmehr versuchte es der Zweitliga-Nachwuchs wieder mit Eins-gegen-Eins-Duellen, die wie schon gegen Göppingen und Pforzheim allzu oft verloren wurden. Thomas Zilm war nach dem verloren Duell sprachlos: „Es war auch nicht leicht, die passenden Worte nach dem Spiel in der Kabine zu finden. Obwohl ich angeschlagen bin, ist es doch etwas lauter geworden. Man merkt ja, dass die Jungs wollen – aber sie schaffen es gerade nicht, das auch auf die Platte zu bekommen.“

Balingen nutzte die Schwächen der HSG nun mit einem 4:0-Lauf zum 12:8 aus, bei Konstanz kam im Angriff nun auch noch Pech bei Pfostentreffern hinzu, dazu zwei vergebene Siebenmeter. Ganz anders Balingen: Im Wissen um die allerletzte Chance, aber nun in einem Lauf, spielte sich die JSG in einen Rausch und es gelang alles. Konstanz vergab einen freien Gegenstoß, auf der Gegenseite prallte ein Wurf vom zehnfachen Torschützen Moritz Schmidberger vom Pfosten in das Tor der HSG, die selbst in Überzahl kein Kapital aus der numerischen Überlegenheit schlagen konnte. Balingen holte in Unterzahl dafür kurz vor der Pause einen Strafwurf heraus und hatte sich damit ein komfortables Fünf-Tore-Polster erarbeitet.

Dennoch wurde es noch einmal richtig eng und emotional und es kaum nochmal richtig Feuer in ein heißes Derby. Mit nun deutlich mehr Aggressivität kämpfte sich Konstanz Tor für Tor heran, bis Hendrik Dahm nach 48 Minuten den Anschlusstreffer zum 22:23 markierte. Bis zum 26:27 (54.) hielten die Konstanzer den Kontakt und alles offen, dann jedoch sorgte eine Unterzahlsituation und ein 3:0-Lauf der Gäste für die Entscheidung: 30:26 plus die Rote Karte für Julian Küchler nach der dritten Zeitstrafe (58.). „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit stabilisiert und hinten besser gefunden“, erklärte Zilm die Aufholjagd, die am Ende nicht belohnt wurde. „Balingen hat aber verdient gewonnen, weil sie dynamischer waren und zusammen mehr Zug zum Tor entwickelt haben.“ Das größte Problem lag für den B-Lizenzinhaber jedoch in der Abwehr: „Balingen hat den Körperkontakt forciert, wir haben ihn nur erwartet und sind oftmals einen Schritt zurück gegangen.“

HSG Konstanz – JSG Balingen-Weilstetten 29:33 (13:18)

HSG Konstanz: Moritz Ebert, Sven Koester (Tor); Felix Fehrenbach (1), Patrick Volz (9/6), Lars Michelberger (4), Hendrik Dahm (5), Jonas Hadlich (3), Julian Kirschmann (1), Joel Schamberger, Joel Mauch (5/1), Julian Küchler (1), Moritz Dierberger, Florian Wangler, Hannes Schlegel.

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