das Team der wJSG bad Soden. - Foto: Verein

03.10.2017 · Jugend-Bundesliga, JBLH weiblich · Von: pm verein

Bundesligapremiere in Bad Soden

Es war die erste Bundesligapartie der Geschichte für den kleinen Verein am Rande des Taunus, der sich ausschließlich dem weiblichen Handballsport widmet. Und es ging es heftig los. Denn es kam mit dem BVB 09 Dortmund ausgerechnet einer der großen Favoriten um die Deutsche Meisterschaft. Die Mannschaft brachte nicht nur 5 frisch gebackene U17-Europameisterinnen mit nach Bad Soden, sondern darüber hinaus auch noch erfahrene und starke Mädels des älteren Jahrgangs, die in dieser Zusammensetzung fast unverändert auch die 3. Ligamannschaft bilden. Ein harter Brocken, der zudem noch eine Rechnung offen hatte, hat doch ein Teil erst vor 3 Monaten in der Hasselgrundhalle gegen die Gastgeberinnen eine bittere Niederlage im Halbfinale der B-Jugendmeisterschaft hinnehmen müssen.

Entsprechend motiviert starteten die Dortmunderinnen, während die Mädels aus dem Taunus, die kurzfristig auf die verletzte Karo Schreiber verzichten mussten, trotz einer durchaus soliden Anfangsphase nervös wirkten und auch etwas zuviel Respekt zeigten. Dennoch hielten sie die Begegnung die ersten 9 Minuten bis zum 2:3 noch offen. Danach mehrten sich aber Unkonzentriertheiten, die sich in unzähligen Lattentreffern und Ballverlusten ausdrückten. Die agilen Dortmunderinnen nutzen dies gnadenlos aus und liefen einen Tempogegenstoß nach dem anderen. Etwas besser lief es, wenn die Gäste im gebundenen Spiel agieren mussten, aber auch dann zeigte sich deren individuelle Stärke, die nur schwer zu halten waren und ein ums andere Mal die Abwehr überwinden konnten. So war die Partie bereits früh entschieden, die Gäste waren bis zur Halbzeit bereits auf 9:22 davon gezogen. Nur bedingt besser lief es im zweiten Durchgang. Im Angriff fehlte weiterhin die Entschlossenheit und der Glaube an die eigenen Stärken, sodass am Ende eine bittere, wenn auch verdiente 21:42-Niederlage zu verzeichnen war. Kein guter Start in das Abenteuer Bundesliga.

Umso gespannter waren die Zuschauer, wie sich die wJSG Bad Soden/Schwalbach/NIederhöchstadt nach dieser schmerzlichen Niederlage am nächsten Tag präsentieren würden. Tatsächlich konnten sich die zahlreichen Zuschauer am Sonntag dann bereits beim Einlaufen sehen und spüren, dass die Mädels heute zeigen wollten, was wirklich in ihnen steckt. Gegner war die Mannschaft des HSV Magdeburg, die das Spiel am Vortag von der Tribüne aus verfolgt hatte. Das Team war schwer einzuschätzen, klar war jedoch, dass sie mit Henriette Dreier eine überragende Akteurin in ihren Reihen haben.

Und in der Tat zeigten die jungen Mädels aus dem Taunus eine beeindruckende Reaktion, besannen sich ihrer Qualitäten und zeigten von Beginn an eine tolle Mannschaftsleistung. Und das, obwohl bereits sehr früh im Spiel Spielmacherin Hanna Leidner umknickte und nicht mehr in das Geschehen eingreifen konnte. Dennoch hatte man nach 12 Minuten schon einen 3-Tore-Vorsprung zum 9:6 herausgespielt. Bei den Gästen aus Sachsen-Anhalt dominierte wie erwartet die sehr starke Henriette Dreier, die nicht nur aus allen Lagen erfolgreich war, sondern auch durch schöne Anspiele an den Kreis bestach. Am Ende konnte die wurfgewaltige Dreier stolze 14 Tore auf ihrem persönlichen Konto verbuchen. Die eingespielte Mannschaft der wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt ließ sich davon jedoch nie aus der Fassung bringen und geriet während des gesamten Spiels nie in Rückstand. In die Pause gingen sie mit einer beruhigenden 20:16-Führung.

Aber klar war auch, dass die Konzentration hoch gehalten werden musste, um gegen diesen Gegner auch am Ende die Nase vorne zu haben. Und entsprechend kamen die Schützlinge von Thomas Wallendorf aus der Kabine, die Führung konnte nach Wiederanpfiff gleich weiter ausgebaut werden. In der 42. Minuten kamen die Gäste dann nach einem 0:3 Lauf zwar noch einmal auf 22:20 heran, konnten aber die folgende Überzahlsituation nicht ausnutzen und spätestens acht Minuten vor Schluss beim 29:22 war die Vorentscheidung gefallen, das Spiel endete mit einem 33:25-Sieg für den Bundesliga-Neuling aus der Nähe von Frankfurt am Main. In der altehrwürdigen Hasselgrundhalle herrschte nach diesem historischen ersten Bundesligasieg natürlich großer Jubel Gleichzeitig schufen sich die Mädels eine gute Ausgangssituation für die Rückspiele, muss doch in dieser Dreiergruppe der zweite Platz für den Einzug ins Viertelfinale erreicht werden.

wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt - BVB 09 Dortmund 21:42 (9:22)

wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt - HSV Magdeburg 33:25 (20:16)

Am 30.09.2017 geht es dann nach Dortmund und am 11.11.2017 wird in Magdeburg das voraussichtlich entscheidende Spiel um den zweiten Platz stattfinden.

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