Regeln

Liebe Sportkameraden,

folgende Regelklarstellungen sind vor dem Hintergrund des aktuellen Regelwerks 2016 überarbeitet worden und für den DHB-Bereich verbindlich:

Akkordion

1. Gesichtsmasken und Kniegelenkprotektoren

a) Gesichtsmasken 
Im Spiel sind grundsätzlich weder Gesichts- noch Teilmasken erlaubt. Verbände und Schiedsrichter haben nicht das Recht, in einzelnen Fällen Ausnahmen zu erlauben. Eine Anleitung für die regelgerechte Ahndung dennoch auftretenden regelwidrigen Verhaltens ist im Anhang 1 zu den im Regelheft nunmehr auch enthaltenen Guidelines und Interpretationen (ehemals IHF-Publikation) enthalten.

b) Kniegelenkprotektoren aus Hartteilen 
Knieprotektoren aus hartem, massivem Material sind verboten. Eine sichere und moderne Alternativlösung bietet die Verwendung von Protektoren aus weichem Material oder auch spezielles Tapen, das den gleichen Zweck erfüllt.

Beide Regelungen wurde von der Medizinischen Kommission der IHF anlässlich der Regeländerungen 2016 nochmals bestätigt. Zudem hat sich die IHF dazu entschlossen in den Guidelines weitergehende Ausführungen und Bildmaterial zu den verbotenen Gegenständen aufzunehmen (siehe Anhang 2).

Ferner sind in der Regel 4:9 weitere Bestimmungen aufgenommen worden, die den Mannschaftverantwortlichen für die Ordnungsmäßigkeit der Ausrüstung seiner Spieler in die Pflicht nimmt. Detail siehe Regel 4:9 Absatz 3.

Ist dem Mannschaftsverantwortlichen nicht eindeutig klar, ob ein Ausrüstungsgegenstand erlaubt ist, kann er sich vor dem Spiel an die Schiedsrichter bzw. den Delegierten wenden.

2. TEAM-TIME-OUT (TTO) für Mannschaften ohne Offizielle und ohne Auswechselspieler

Das TTO ist auch zu gewähren, wenn Mannschaften ohne Offizielle und ohne Auswechselspieler antreten (oftmals Basisrealität). In diesem Fall kann der „Spielführer“ (wird i.d.R. mannschaftsintern so bestimmt) beim Zeitnehmer aus dem laufenden Spiel das TTO beantragen. Die Grüne Karte muss allerdings trotzdem beim Z abgegeben werden. Zu diesem Zweck liegt die Grüne Karte bei dieser Mannschaft sozusagen „herrenlos“ aber griffbereit für einen teilnahmeberechtigten Spieler auf der Auswechselbank. Der Zeitnehmer hat diesem TTO-Antrag stattzugeben, wenn die ansonsten vorgeschriebenen Regelvoraussetzungen gegeben sind.

Begründung: Es kommt vor allem in unteren Klassen gelegentlich vor, dass eine Mannschaft nur mit 7 Spielern und ohne Offizielle antreten kann. Im Interesse des Spielgedankens und einer situationsgerechten Auslegung der entsprechenden Regelbestimmungen (Regel 2:10; IHF-Erl. 3) darf dieser Mannschaft die Inanspruchnahme eines TTO aber nicht vorenthalten werden. In analoger Auslegung des Regelwerks werden die Schiedsrichter einem teilnahmeberechtigten Spieler auch gestatten müssen die Unterschrift auf dem Spielprotokoll und dem Spielbericht zu leisten.

3. Pflichtübernahme durch Unterschrift des Spielprotokolls

a) Gemäß Regel 4:2 Abs. 3 liegen ab Spielbeginn formelle Mängel bezüglich der ordnungsgemäßen Besetzung der Auswechselbank (nur Teilnahmeberechtigte dürfen sich dort aufhalten) im Verantwortungsbereich des Mannschaftsverantwortlichen. An der Basis kann es vorkommen, dass insgesamt zunächst nur maximal 7 Spieler ohne Mannschaftsoffizielle antreten. Ein teilnahmeberechtigter Spieler muss das Spielprotokoll unterschreiben. Er übernimmt somit alle entsprechenden regeltechnischen Pflichten (siehe Regel 4:2 Abs. 3 und 4:3 Abs. 4).

 

b) Werden Mannschaftsoffizielle / der Mannschaftsverantwortliche disqualifiziert, sodass kein weiterer Offizieller mehr auf der Auswechselbank vorhanden ist, dann muss ein Spieler (meistens der „interne“ Spielführer der Mannschaft) die weitere Verantwortung mit allen Rechten und Pflichten gemäß Regelwerk übernehmen. Die Schiedsrichter sollen sich diesen Spieler vor Wiederaufnahme des Spiels benennen lassen und den Vorgang nach Spielschluss im Spielbericht vermerken.

4. Falsche/fehlerhafte Trikotfarbe

4. Falsche/fehlerhafte Trikotfarbe

Grundsätzlich haben die Schiedsrichter die Ausrüstung vor Spielbeginn zu kontrollieren! Die nachfolgenden Regelauslegungen sind mit der IHF abgestimmt.

Unabhängig von der nunmehr gegebenen Möglichkeit einen 7. Feldspieler ohne Überziehleibchen

Auf der Spielfläche einzusetzen, haben die nachfolgenden Regelauslegungen weiterhin bestand:

a) Gleiche Farben für die Torwarttrikots und das Überziehleibchen

Gemäß Regel 4:7 Satz 3 müssen alle Torwarte einer Mannschaft die gleichen Trikotfarben verwenden. Im Bereich der Bundesliga müssen die Torwarte diese Regelung strikt einhalten, ansonsten muss der Torwart, der mit der falschen Farbe einwechselt, das Spielfeld (ohne Strafe, aber Ballverlust bei laufendem Spiel) wieder verlassen. Ein gleiches Verfahren gilt, wenn ein 7. Feldspieler mit Überziehleibchen den Torwart ersetzt. Dieses Überziehleibchen muss dieselbe Grundfarbe wie die bisherige Trikotfarbe der Torwarte haben, ansonsten muss der Spieler die Spielfläche wieder verlassen. Das Spiel wird mit Ballbesitz für die nicht fehlbare Mannschaft fortgesetzt. Um derartige Situationen möglichst zu vermeiden, müssen die Schiedsrichter diese Farbenregelung weiterhin vorher (vor Spielbeginn) kontrollieren.

Fehlende Nummern / nicht lesbare Nummern auf einem ansonsten farblich korrekten Trikot stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und führen lediglich zu einem entsprechenden Eintrag im Spielprotokoll („fehlende Nummern“...vgl. diverse Durchführungsbestimmungen und Ordnungen).

An der Basis sollte die Anwendung der vorstehenden Regelbestimmung (gleiche Trikotfarbe) in sportlich fairer Weise gehandhabt werden. Dennoch sollte es auch an der Basis kein Problem sein, die Farbregelungen hinsichtlich der Torwarttrikots bzw. Überziehleibchen einzuhalten.

b) Spieler vergisst seine Trainingsjacke auszuziehen:
Gelegentlich kommt es mal vor, dass ein Spieler, der z.B. für einen 7-m-Wurf oder überraschend eingewechselt werden soll, vergisst, seine Trainingsjacke auszuziehen. Dieser Spieler ist auf seinen „Fauxpas“ hinzuweisen und zur Beseitigung aufzufordern. Im laufenden Spiel wird ohne persönliche Strafe auf Ballverlust entschieden. Ist das Spiel zuvor unterbrochen gewesen (z. B. 7-m-Entscheidung) ist das Spiel mit dem der Unterbrechung entsprechenden Wurf wieder aufzunehmen.

5. Entscheidung durch 7-m-Werfen

Für die Aufstellung der teilnahmeberechtigten Spieler an einem 7-m-Werfen wird empfohlen, sich an der von der IHF für ihre Wettbewerbe entwickelten Regelung zu orientieren (siehe unten stehende Grafik).

6. Verlassen des Spielfeldes

Wenn ein Spieler mit einem Fuß die Spielfläche (Ball bleibt innerhalb des Spielfelds) verlässt (auch ohne das er dabei einen Abwehrspieler umläuft), ist auf Freiwurf für die andere Mannschaft zu entscheiden (Spieler hat einen ungerechtfertigten eigenen Vorteil); abweichend von dieser Regelung geht das Spiel weiter, wenn ein Spieler (z. B. durch seinen Schwung) mit einem Fuß die Seitenlinie übertritt, der Ball aber weiterhin im Spielfeld bleibt.

7. Klar erkennbare Verzögerung der Freiwurfausführung

Bei jeder klar erkennbaren und deutlichen Verzögerung einer Freiwurfausführung ist nach der erfolgten Korrektur und Wiederanpfiff des Spiels das Vorwarnzeichen für passives Spiel anzuzeigen.

8. Alter des Mannschaftsverantwortlichen

Ein Mannschaftsverantwortlicher muss mindestens 18 Jahre alt sein! Er muss rechtskräftig „unterschriftsfähig“ sein.

9. Direkter Freiwurf zum Ende der Halbzeit und zum Spielende (inkl. Verlängerungen)

Aufgrund der Regeländerung 2016 erfolgte eine Ergänzung der Bestimmungen der Regel 2:5. Bei einem noch nach dem Schlusssignal auszuführenden Freiwurf der gegnerischen Mannschaft, darf sie einen Torwart gegen einen Feldspieler einwechseln, wenn sie zuvor mit 7 Feldspielern auf der Spielfläche gespielt hat.

Daneben sind aber weiterhin die nachfolgenden bisherigen Regelauslegungen zu beachten.

a) Wird der Torwart bei einer Aktion zum Halbzeitende oder Spielende erkennbar so schwer verletzt, dass er nicht mehr weiterspielen und den direkten Freiwurf abwehren kann, dann ist in dieser Situation ein zügiges, beschleunigtes Auswechseln des verletzten Torwartes zu ermöglichen. Die sportlich faire Auslegung der Regelbestimmung 2:5 hat hier Vorrang.

Ein verletzter Abwehrspieler kann nicht ausgewechselt werden. Dies gilt auch dann, wenn er auf der Spielfläche behandelt wurde und diese gemäß den Bestimmungen der Regel 4:11 verlassen muss. Die abwehrende Mannschaft hat im Normalfall immer noch mehrere Spieler regelgerecht auf der Spielfläche zur Verfügung.

 

b) Die abwehrende Mannschaft wechselt in einer solchen Situation regelwidrig z.B. 3 Abwehrspieler nacheinander ein. Gemäß Regel 4:5 Satz 2 kann nur der erste eingewechselte Spieler bestraft (Hinausstellung) werden. Die beiden anderen eingewechselten Spieler müssen die Spielfläche wieder verlassen, werden jedoch nicht persönlich bestraft. Anschließend können gemäß dem hier verwendeten Beispiel zwei der Spieler, die zuvor ausgewechselt worden waren, die Spielfläche wieder betreten. In manchen Fällen wird dies sicher komplikationslos möglich sein.
Was ist aber, wenn sich die betroffenen Spieler - evtl. auf "Anraten" des Trainers - weigern sollten?
In derartigen Fällen haben die Schiedsrichter die betroffenen Spieler und den Trainer oder Mannschaftsverantwortlichen zunächst auf die Konsequenz einer möglichen Bestrafung der fehlbaren Spieler wegen schwerwiegenderem unsportlichem Verhalten (Regel 8:8a) hinzuweisen. Erfolgt auch dann kein Einsehen der fehlbaren Spieler, muss der Schiedsrichter gegen diese fehlbaren Spieler eine Hinausstellung aussprechen, die selbstverständlich zu entsprechenden weiteren Reduzierungen der Mannschaft auf der Spielfläche führen.

Eine zusätzliche progressive Bestrafung eines Mannschaftsoffiziellen der sich in diesem Zusammenhang unsportlich verhält (hier im Beispiel der Trainer) treffen die Schiedsrichter nur dann, wenn sie dessen unsportliches Verhalten selbst wahrgenommen haben.

Eine generelle progressive Bestrafung des Mannschaftsverantwortlichen unter Bezug auf die Regel 4:2 Absatz 3 oder 4:3 Absatz 4 ist in diesen Fällen nicht möglich.

10. Vorwarnzeichen für passives Spiel...und was danach?

Der Inhalt wird zurzeit überarbeitet.

11. Ball liegt oder rollt im Torraum

a) Ball liegt im Torraum (der Ball ist gemäß Regel 6:5 Abs. 3 „außerhalb“ des Spiels):
Der Zeitnehmer pfeift in diesem Moment einen Wechselfehler oder die Schiedsrichter pfeifen in diesem Moment wegen eines progressiv zu ahndenden Vergehens. Neben den persönlichen Bestrafungen ist in diesen Situationen die Spielfortsetzung immer Abwurf!

b) Ball rollt im Torraum (der Ball bleibt gemäß Regel 6:5 Abs. 1 im Spiel, ist aber im Ballbesitz der Mannschaft des Torwarts):
Der Zeitnehmer pfeift in diesem Moment einen Wechselfehler oder die Schiedsrichter pfeifen in diesem Moment wegen eines progressiv zu ahndenden Vergehens.
Neben den persönlichen Bestrafungen ist in den genannten Situationen die Spielfortsetzung immer Freiwurf für die nicht fehlbare Mannschaft!

12. Ball wird durch einen Spieler für den Gegner „nass“ gemacht

Es kommt vor einer 7-m-Ausführung gelegentlich vor, dass Spieler oder der Torwart der abwehrenden Mannschaft den Ball bei der Übergabe an den Werfer durch Trikot- oder Hautschweiß bewusst „nass - glitschig” machen. Die betroffenen Spieler sind zunächst deutlich verbal und der Aufforderung den Ball abzutrocknen, in die Schranken zu weisen. Wird ein entsprechendes Verhalten bei dieser Mannschaft erneut festgestellt, ist diese Unsportlichkeit progressiv zu bestrafen.

13. Durchziehen des Wurfarms gegen passiv-blockenden Abwehrspieler

a) Wenn der Angreifer gegen einen „nur“ blockenden, sich nicht nach vorne bewegenden Abwehrspieler die Wurfhand durchzieht und der Abwehrspieler dabei mit der Hand am Kopf oder im Gesicht getroffen wird, muss auf Angreifervergehen und mindestens eine Hinausstellung gegen den Angreifer entschieden werden.

b) Bewegt sich der Abwehrspieler jedoch aktiv nach vorne, liegt (normalerweise) kein straffähiges Angreifervergehen vor (analog zum normalen Stürmerfoul). 

Unabhängig von den vorstehenden Fällen ist nach wie vor ein Gesichtstreffer durch den Abwehrspieler immer mindestens mit einer Hinausstellung zu ahnden (Regel 8:4c). Bei der Anwendung der progressiven Bestrafung gegen den fehlbaren Spieler (Angreifer oder Abwehrspieler) sind die Auswirkungen des Gesichtstreffers stets zu berücksichtigen.

14. Überflüssige Diskussionen mit Spielern

14. Überflüssige Diskussionen mit Spielern

Die bei Spielern schon in der Vergangenheit zu beobachtenden Tendenzen zum „Small-Talk“ bzw. zum „Unschuldslamm mimen“ sind weiterhin erkennbar. Reklamiert ein Spieler während oder nach einer Aktion, die mit einer progressiven Bestrafung gegen ihn beurteilt wurde, sollten sich die Schiedsrichter nach der Strafentscheidung zuerst wegdrehen und weggehen. Ferner sollte nicht gezielt hingehört werden, um möglichst doch noch eine weitere unsportliche Äußerung zu entdecken.

 

Reklamiert dieser oder ein anderer Spieler jedoch uneinsichtig weiter, ist sofort eine weitere Bestrafung auszusprechen!

15. Schauspielerei

15. Schauspielerei

Dieser in den zurückliegenden Spielzeiten gelegentlich überhandnehmenden Unsitte, ist die IHF mit den in der Regel 4:11 nunmehr ergänzend enthaltenen Bestimmungen in den Absätzen 2 und 3 entgegengetreten. Da im Bereich des DHB die vorgenannten Bestimmungen nicht durchgängig anzuwenden sind, haben die nachfolgenden Regelauslegungen weiterhin Bedeutung und können auch als Leitfaden zur Bewertung derartiger Unsportlichkeiten in den Spielen herangezogen werden, in denen die o. a. Regelbestimmungen zur Anwendung kommen.

Stellen die Schiedsrichter fest, dass ein Spieler schon beim geringsten Anlass „sehr leicht fällt“ und offenbar verstärkt auf Show bzw. Schauspielerei aus ist, sollten sie diesen Spieler bereits beim ersten Mal sehr deutlich ermahnen.

Im Wiederholungsfall –dabei ist es egal von welchem Spieler dieser Mannschaft die entsprechende Aktion ausgeht (!!)– sollten die Schiedsrichter sofort energisch eingreifen und den unsportlich handelnden Spieler progressiv bestrafen.

16. Verhalten im Auswechselraum

16. Verhalten im Auswechselraum

 

Verhalten

Regeltechnische Bewertung

Ein Mannschaftsoffizieller steht permanent

Zulässiges Verhalten

Mannschaftsoffizieller läuft ins Spielfeld

Unsportliches Verhalten, dass progressiv zu bestrafen ist

Mannschaftsoffizieller verlässt den AWR und reklamiert

Unsportliches Verhalten, dass progressiv zu bestrafen ist

Mannschaftsoffizieller steht dauernd deutlich im Spielfeld zum Coachen

Unsportliches Verhalten, dass progressiv zu bestrafen ist

Mannschaftsoffizieller steht nahe an der Seitenlinie und behindert durch seine Position oder sein Verhalten die Spieler auf der Spielfläche

Unsportliches Verhalten, dass progressiv zu bestrafen ist

Mannschaftsoffizieller reklamiert oder kritisiert ohne Zurücknahme der Emotion im Zusammenhang mit einer SR-Entscheidung

Unsportliches Verhalten, dass progressiv zu bestrafen ist

Mannschaftsoffizieller oder Spieler putscht das Publikum im Zusammenhang mit einer SR-Entscheidung auf

Unsportliches Verhalten, dass progressiv zu bestrafen ist

Zwei (oder mehrere) Personen stehen und coachen

weitere Person(en) zum Sitzen „auffordern“ (nur eine Person darf stehen); im Wiederholungsfall erfolgt progressive Bestrafung

 

Die Schiedsrichter sind aufgefordert gegen regelwidriges oder unsportliches Verhalten im Auswechselraum konsequenter und ggf. früher einzuschreiten. 

17. Deutlich sichtbare Aufforderung zur Bestrafung

17. Deutlich sichtbare Aufforderung zur Bestrafung

Spieler oder Mannschaftsoffizielle, die deutlich sichtbar (z. B. durch Handzeichen) eine Bestrafung eines gegnerischen Spielers oder Mannschaftsoffiziellen fordern, verhalten sich unsportlich. Mit diesem provokativen unsportlichen Verhalten wird das Ziel verfolgt, die Zuschauer gegen die Schiedsrichter aufzubringen. Es liegt somit ein Vergehen gemäß Regel 8:8a vor, dass mit einer direkten Hinausstellung zu ahnden ist.

18. Spielfortsetzung nach Team-Time-out

18. Spielfortsetzung nach Team-Time-out

Auch wenn in den meisten Fällen nach einem Team-Time-out das Spiel mit einem Freiwurf wieder aufgenommen wird, ist dies keineswegs immer so. Wurde das Team-Time-out zu einem Zeitpunkt gewährt, zu dem für die beantragende Mannschaft bereits eine andere Wurfentscheidung getroffen war (Einwurf, Abwurf, 7-m-Wurf oder Anwurf) wird das Spiel selbstverständlich mit diesem Wurf fortgesetzt.

 

In der IHF-Erläuterung 3 heißt es hierzu aus einem anderen Blickwinkel:

Das Spiel wird entweder mit dem Wurf wiederaufgenommen, welcher der Situation bei Gewährung des Team-Time-outs entspricht, oder - wenn der Ball im Spiel war – mit einem Freiwurf für die beantragende Mannschaft an der Stelle, an der sich der Ball bei der Unterbrechung befand.

Die vorstehende Regelbestimmung bedeutet aber auch, dass sich bei der Spielfortsetzung die Aufstellung aller Spieler nach den regeltechnischen Bestimmungen für den jeweils auszuführenden Wurf auszurichten hat.

Deshalb können sich z.B. bei einem Einwurf die Mitspieler des Werfers auch zwischen der Torraum- und der Freiwurflinie aufhalten.

Ferner gelten die Bestimmungen zum 3-Meter-Abstand für die Abwehrspieler nicht, sofern sie unmittelbar an ihrer Torraumlinie stehen (siehe Regel 11:5 Abs. 2).

19. Wischen lassen auf „Wunsch“ der Spieler

19. Wischen lassen auf „Wunsch“ der Spieler

Die Schiedsrichter müssen sich in allen Fällen zuerst selbst von einer vorhandenen Beeinträchtigung der Spielfläche (z.B. Wasserflecken) überzeugen. Erst dann sollten sie gegebenenfalls Time-out geben und den Wischhelfer hereinholen.

Die Spieler haben nicht darüber zu befinden, ob eine derartige Maßnahme erforderlich ist oder durchführt wird. Heftig reklamierende Spieler begeben sich dabei in den „unsportlichen Bereich“ und sind gegebenenfalls progressiv zu bestrafen.

Der Wunsch der Spieler ist oftmals nur „taktisch“ begründet, um eine Pause zu erreichen. Hier sind die Schiedsrichter aufgefordert derartig unnötige Spielzeitunterbrechungen zu vermeiden.

20. Regelwidrige Aktionen gegen im Sprungwurf befindliche Spieler

20. Regelwidrige Aktionen gegen im Sprungwurf befindliche Spieler

Stöße gegen einen im Rückraum im Sprungwurf befindlichen Spieler sind aufgrund der damit einhergehenden Verletzungsgefahr unbedingt progressiv bestrafen. Dies gilt insbesondere, wenn der Werfer dabei zu Fall kommt. Entscheidend für die auszusprechende Bestrafung ist zudem auch der Grad der Destabilisierung dieses gegnerischen Spielers.

 

a) Erstmals erkennbarer Stoß ohne Auswirkungen für den angreifenden Spieler

> Ermahnung oder Verwarnung

> Im Wiederholungsfall ist gemäß der Progressionsregel steigernd zu bestrafen

Sollte es allerdings so sein, dass eine derart regelwidrige Aktion erstmals erst spät im Spiel passiert, wenn schon alle Verwarnungsmöglichkeiten aufgebraucht sind, ist von den Schiedsrichtern eine angemessene Reaktion erforderlich. Eine 2‘ Hinausstellung könnte bei vorgerückten Spielzeiten als unverhältnismäßige Maßnahme angesehen werden. In diesem speziellen Fall sind nonverbale, direkt an den betreffenden Spieler gerichtete Signale (z.B. intensiver mahnender Blickkontakt), häufig sinnvoller.
Hier ist von den Schiedsrichtern das vielfach zitierte Fingerspitzengefühl gefragt ohne dabei die Regelbestimmungen zu ignorieren.

 

 

b) Erstmals erkennbarer Stoß mit Auswirkungen für den angreifenden Spieler

> Wenn der gefoulte Spieler auf den Beinen aufkommt und sich zudem zwangsweise kontrolliert abrollen muss, ist gegen den fehlbaren Abwehrspieler eine direkte 2‘ Hinausstellung auszusprechen.

 

c) Erstmals erkennbarer Stoß mit schwerer Auswirkung für den angreifenden Spieler

> Wenn der gefoulte Spieler unkontrolliert direkt auf dem Rücken bzw. auf dem Gesäß aufkommt (meist mit einem Verletzungsausfall verbunden), wird der fehlbare Spieler mit einer Disqualifikation ohne Bericht bestraft.
Achtung:  Gemäß Regel 4:11 i.V.m. den Hinweisen der IHF-Erläuterung 8 steht hier zunächst der verletzte Spieler im Mittelpunkt des Interesses der Schiedsrichter. Gleichwohl ist auch die Disqualifikation fehlbaren Spielers erst vorzunehmen, nachdem die Schiedsrichter zur Besprechung zusammengekommen sind.

21. Angreifervergehen

21. Angreifervergehen

Angreifende Spieler nutzen beim Durchbruch häufig nicht mehr eine sich bietende Lücke zwischen den gegnerischen Spielern auf den Außen- und Halbpositionen, sondern laufen frontal auf den gegnerischen Außenspieler auf um unmittelbar danach zu einem Mitspieler weiter zu passen.

Im Ergebnis wird der gegnerische Außenspieler frontal umgerannt. In solchen Fällen ist mindestens auf Angreifervergehen zu entscheiden, wenn kein offensichtlicher Verstoß des Abwehrspielers erkennbar ist.

22. Schiedsrichterverhalten während des Vorwarnzeichens für passives Spiel

22. Schiedsrichterverhalten während des Vorwarnzeichens für passives Spiel

Der Inhalt wird zurzeit überarbeitet.

23. Progressive Bestrafung bei einer 7-m-Entscheidung

23. Progressive Bestrafung bei einer 7-m-Entscheidung

Im Sinne einer schlüssigen Außendarstellung und um unnötige Komplikationen zu vermeiden, sollte der Schiedsrichter der eine 7-m-Entscheidung getroffen hat auch über eine progressive Bestrafung des fehlbaren Abwehrspielers entscheiden und diese auch dem Spieler anzeigen. In diesem Fall ist eine „Arbeitsteilung“ im Schiedsrichterteam nicht sinnvoll.

24. Freiwurfausführungen auf der Freiwurflinie

24. Freiwurfausführungen auf der Freiwurflinie

Freiwurfausführungen bei denen der Werfer aber auch seine Mitspieler auf der Freiwurflinie stehen sind leider viel zu häufig zu beobachten. Vor allem in der Schlussphase eines Spiels kann diese „geduldete“ Verletzung des Ordnungsprinzips für die Schiedsrichter zum Bumerang werden.

Deshalb: Fehlerhafte Ausgangstellungen des ausführenden Spielers und seiner Mitspieler konsequent unterbinden. Keine Ausgangsstellung auf der Freiwurflinie zulassen!

25. Trikotziehen

25. Trikotziehen

Wenn in einem Spiel ungeahndetes Trikotziehen häufig zu beobachten ist, liegt dieses „Nichterkennen“ nachweislich am fehlerhaftem Beobachtungsverhalten des Torschiedsrichters. Durch die Beobachtung der Aktionen auf der ballabgewandten Seite, kann dieses vielfach taktische Trikotziehen besser erkannt und frühzeitig unterbunden werden.

Stand: 23. September 2016

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