Spielerinnen und Staff beim Training. | Foto: Alexa-Maria Dörfel
Spielerinnen und Staff beim Training. | Foto: Alexa-Maria Dörfel

16 Top-Spielerinnen beim Auftakt des neuen Bundesstützpunkts

08.10.2026 | Verband

 

Das Projekt der DHB-Bundesstützpunkte ging am Montag, den 28. September 2026, in die erste Phase. 16 Spielerinnen wurden zur Sichtung in Leipzig eingeladen.    

Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Nachwuchsförderung im weiblichen Nachwuchs: In Leipzig empfing Heike Ahlgrimm, Chefbundestrainerin des weiblichen Nachwuchsbereiches, am Sportgymnasium 16 Top-Spielerinnen inklusive ihrer Eltern aus ganz Deutschland zum ersten Sichtungstag des neuen Bundesstützpunktes. Neben Heike Ahlgrimm unterstützen Carsten Klavehn, Gino Smits und Zuzana Porvaznikova als Trainer den Sichtungstag. Auch Sportvorstand Ingo Meckes war vor Ort, um sich den Auftakt des neuen Projektes anzuschauen.   

Zum Start am Morgen wurden den Spielerinnen und Eltern das Konzept der Bundesstützpunkte vermittelt. Ingo Meckes erklärte, dass das neue Konzept die internationale Wettbewerbsfähigkeit schaffen, aber auch die Breite an der Spitze des weiblichen Handballs ausbauen soll. Er wandte sich dabei direkt an die Spielerinnen und sagte: "Ihr seid die Zukunft". Er betonte jedoch auch, dass Menschlichkeit und Zufriedenheit bei diesem Projekt an oberster Stelle stehen.  

Perspektivisch sollen in Deutschland vier Bundesstützpunkte für den weiblichen Nachwuchsbereich entstehen, an denen die Top-Nachwuchsspielerinnen des Landes bestmöglich ausgebildet werden. Ziel ist es auch, bisherige Hürden für die Spielerinnen zu beseitigen. Dazu zählen lange Fahrtwege zu Vereinen und Sporthallen, wenig bis gar keine Unterstützung der Schulen und verschiedenste Ansprechpartner, da die Spielerinnen selbst in verschiedenen Vereinen aktiv sind. 

Zentraler Aspekt des Konzepts der weiblichen Bundesstützpunkte ist daher die Zusammenarbeit mit den Heimvereinen. Die Spielerinnen sollen unter Woche die Möglichkeit bekommen, abgestimmt mit Schule und Internat, zentral ein auf sie zugeschnittenes Training innerhalb einer starken Trainingsgruppe zu erhalten. Am Wochenende nehmen die Talente dann an Spielen und Trainingseinheiten ihrer Heimvereine teil. Heike Ahlgrimm sagt: „Das Ziel ist es, den Spielerinnen alles mitzugeben, sodass sie oben ankommen."  
  
Bundesstützpunkt weiblich in Leipzig; Zwei durchgeplante Sichtungstage  

Schnell wird deutlich: hier geht es um die Zukunft der weiblichen Handballspitze. Einige der anwesenden Spielerinnen aus den Jahrgängen 2010-2012 besuchten bereits ein Sportinternat oder trainieren in ihren Heimvereinen in den höchsten Ligen und sind Chefbundestrainerin Heike Ahlgrimm gut bekannt. An den zwei Sichtungstagen in Leipzig absolvierten die Spielerinnen in der Halle eine Athletik-Einheit und Trainingseinheiten. Zudem wurden ihnen mögliche Internate gezeigt. Auch war eine Sportpsychologin vor Ort und beantwortete jegliche Fragen von Spielerinnen und Eltern. Bei gemeinsamen Mahlzeiten konnten sich Spielerinnen und Eltern sowie Trainerinnen und Trainer kennenlernen. 

Denn klar ist auch, die Entscheidung für den Bundesstützpunkt bedeutet für die jungen Spielerinnen ein selbstständiges Leben im Internat. Heike Ahlgrimms Ziel für diese zwei Tage war es deshalb, sowohl den Spielerinnen als auch den Eltern zu zeigen, was auf sie zukommt.  
  
Sichtungstage in Leipzig: Bei den Athletikeinheiten geht es um Kraft und Stabilität  

Die erste sportliche Station am Sichtungstag fand für die Spielerinnen in der Quarterback Immobilien Arena in Leipzig statt. Im Kraftraum wurden von Trainern des Olympiastützpunktes Kraftübungen gezeigt – und die mussten dann anschließend auch direkt umgesetzt werden. Fokuspunkt dabei: Stabilität. 

Carsten Klavehn, Gino Smits, Zuzana Porvaznikova und Ingo Meckes waren bei dem Athletik-Training vor Ort und beobachten die Übungen. Während der ersten Sporteinheit der Spielerinnen bekamen die Eltern die Möglichkeit zum Austausch mit Sportpsychologin Katja Schülke.   

Auf dem Weg zurück ins Sportgymnasium, war zu spüren, dass die anfängliche Aufregung abgefallen war. Bei Gesprächen mit den Trainern und unter den Spielerinnen selbst wurde die Athletik-Einheit ausgewertet, bevor es zum nächsten Programmpunkt ging: die Besichtigung eines möglichen Internates. Hier konnten Spielerinnen und Eltern einen Blick in die Räumlichkeiten und das mögliche Leben der Talente innerhalb des Bundesstützpunktes werfen. 

Auch Trainerin Zuzana Porvaznikova schaute sich die Räumlichkeiten an und lobte anschließend die verschiedenen Kreativ-Angebote der Einrichtung. Für sie steht fest, dass solche Angebote dabei helfen können, einen Ausgleich zu finden, während der Fokus auf dem Sport liegt. 

Gino Smits mit den beiden Torhüterinnen. | Foto: Alexa-Maria Dörfel
Gino Smits mit den beiden Torhüterinnen. | Foto: Alexa-Maria Dörfel

Zwischen Halle und Zukunftsplänen  

Am frühen Abend konnten die Spielerinnen bei einer Trainingseinheit endlich ihr Talent am Ball zeigen. Die drei Trainer hatten verschiedene Übungen vorbereitet und wechselten sich bei der Leitung der Einheiten ab. Dabei beobachteten alle Trainer, inklusive Chefbundestrainerin Heike Ahlgrimm, die Abläufe genau und gaben den Spielerinnen individuelle Hinweise. Gino Smits betreute im weiteren Verlauf des Hallentrainings eine Einheit der beiden Torhüterinnen, welche an der Sichtung teilnahmen.  

Nach dem Training folgte eine Laufbahnberatung, bei der Eltern und Spielerinnen lernten, wie sie den schulischen, aber auch den beruflichen Werdegang mit dem Profisport kombinieren können. Auch am nächsten Tag gab es für die Sichtungs-Teilnehmerinnen eine Trainingseinheit und die Besichtigung eines weiteren möglichen Internats. Zwei volle Tage, viel Input, viel Wertschätzung – mit dem Ziel, dass die Spielerinnen ein genaues Bild davon bekommen, was eine Entscheidung für den Bundesstützpunkt bedeutet. 

Nach der Sichtung war Heike Ahlgrimm froh über das große Interesse der 16 Top-Spielerinnen. Für den Bundesstützpunkt in Leipzig stehen zehn Plätze zur Verfügung. Entscheiden sich die Spielerinnen für diesen Weg, beginnt ihre Ausbildung im Jahr 2027. Die Sichtungstage für den Bundesstützpunkt weiblich in Stuttgart finden bald statt, denn auch hier soll die Ausbildung im kommenden Jahr starten. Abschließend zu zwei erfolgreichen Sichtungstagen in Leipzig sagte Heike Ahlgrimm: „Für mich ist Handball eine der tollsten Sportarten der Welt und das können wir jetzt weitergeben. Das ist unser Auftrag.“