Ein Punkt als Sieg der Moral - SG H2Ku beweist beim 35:35 gegen die SG Nußloch großen Kampfeswillen
Ein Punkt als Sieg der Moral - SG H2Ku beweist beim 35:35 gegen die SG Nußloch großen Kampfeswillen
Die SG H2Ku Herrenberg zeigt trotz ihrer aussichtslosen Tabellensituation in der Dritten Liga weiterhin eine hohe Moral. Gegen die SG Nußloch gelang der Kiener-Sieben nach einer vor allem in der zweiten Hälfte großen kämpferischen Leistung ein 35:35 (14:19). Während Felipe Soteras-Merz im Vorwärtsgang nach Belieben traf, hielt Marco Azevedo-Marques mit seiner Parade Sekunden vor dem Ende den Punkt für die Gastgeber fest.
Dieses Spiel sollte man am besten von hinten aufrollen. Als 40 Sekunden vor dem Ende beim Stande von 34:35 aus Sicht der Gastgeber der Wurf von Lukas Fischer das Tor verfehlt, schien es, als solle die SG H2Ku für ihre furiose Aufholjagd in der zweiten Hälfte am Ende doch nicht belohnt werden. Im folgenden Angriff hätte die SG Nußloch alles klarmachen können, vertändelte jedoch in der offenen Manndeckung den Ball und erlaubte so den Hausherren noch einen letzten Angriff. Dieser endete schließlich in einen Strafwurf 13 Sekunden vor dem Ende, den Felipe Soteras-Merz zum umjubelten Ausgleich verwandelte. Noch waren aber einige Sekunden zu spielen. Und tatsächlich kamen die Gäste in Person von Eike Rigterink Sekunden vor dem Abpfiff nochmals von der Kreisposition frei zum Wurf. Doch Marco Azevedo-Marques hielt mit seiner Parade den am Ende verdienten Punkt für die SG H2Ku Herrenberg fest.
Dass es am Ende überhaupt noch einmal die Chance auf den Punktgewinn gab, hatte sich das Team von Trainer Nico Kiener zuvor hart erarbeitet. In einem schnellen Spiel begann der Gastgeber, der auf Christian Rau, Fabian Gerstlauer Dominic Rose und Marcel Kohler verzichten musste, zwar konzentriert, lag aber schnell 1:4 hinten. Über einen Zwischenspurt zum 5:5 stand es aber nach einer Viertelstunde wieder Remis (8:8). In der Folgezeit unterliefen der SG H2Ku aber zu viele einfache Fehler, die von der SG Nußloch eiskalt ausgenutzt werden konnten. Als beim 14:19 zu Gunsten der Nußlocher die Seiten gewechselt wurden, schien die Partie in die Bahnen zu gleiten, die von vielen im Vorfeld erwartet waren.
Auch im zweiten Abschnitt schien zunächst nichts auf eine Wende im Spiel hinzudeuten. Nach 37 Minuten war der negative Höhepunkt beim 18:24 erreicht. Coach Nico Kiener stellte seine Abwehr nun um und verordnete für die beiden gefährlichsten Rückraumschützen der Gäste, Simon Kuch und Pierre Freudl, eine Manndeckung. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Die Abwehr stand nun wesentlich sattelfester und aggressiver. Zudem konnte fast jede gute Torwartaktion im Vorwärtsgang mit einem eigenen Treffer quasi veredelt werden.
Augenscheinlich war vor den 550 nun begeisterten Zuschauern, dass es in der gestrigen Partie kaum einen Ausfall gab. Vor allem der mit vier Spielern dünn besetzte Rückraum konnte so immer wieder einmal Verschnaufpausen einlegen, da Christian Dürner, Lukas Fischer und Marvin Fuß allesamt einen sehr guten Tag erwischten. Die Krone setzte sich aber Felipe Soteras-Merz auf. Nicht zufällig erzielte er das erste und auch das letzte Tor der Partie. Vorrangig auf Halbrechts für Christian Rau eingesetzt, traf der 23- jährige, wie er wollte und auch sollte.
Dass nach dem erstmaligen Ausgleich zum 30:30 nach 50 Minuten trotzdem keine komplette Wende gelang, lag natürlich auch an der Klasse eines Gegners, der immer wieder vorlegen konnte. Das 35:35 am Ende ließ aber im Lager der SG H2Ku nur zufriedene Gesichter zurück. Es war ein Beweis, dass die Mannschaft lebt. Dies dürfte schlussendlich das wichtigste Signal des gestrigen Abends gewesen sein.