Nußloch feiert Meisterschaft
Nußloch feiert Meisterschaft
Es ist vollbracht, die SG Nußloch hat es geschafft – sie ist Meister der 3. Liga Süd. In einem packenden und hochdramatischen Derby gegen die SG Kronau/Östringen II setzte sich das Team in Blau-Weiß am Ende mit 31:28 durch. „Jetzt schnaufen wir erst einmal durch“, erklärte Christian Job im Trainergespräch. Seine Spieler waren da schon im Feiermodus – wie man gerade am mit Bier übergossenen und durchnässten Kapitän Philipp Müller unschwer erkennen konnte. „Das sind die Momente, die man als Spieler und auch als Trainer nie vergisst“, bestätigte Job und fügte an: „So ein Spiel, so ein Ausgang – ich bin jetzt schon ein paar Jahre in Nußloch und muss gucken, dass ich meine Emotionen in den Griff bekomme.“
In der Partie verlangten die „Jung-Löwen“ aus Östringen dem neuen Meister alles ab, kamen trotz zwischenzeitlich hohem Rückstand noch einmal ganz nah dran und erzielten sogar den Ausgleich. Doch die SGN hielt Stand und krönte eine starke Saison mit dem bestmöglichen Abschluss: Dem Titelgewinn samt bestem Endergebnis der Vereinsgeschichte. „Wir feiern heute und morgen früh ist dann der Waldlauf angesagt“, scherzte Job, wurde dann wieder Ernst: „Nein, wir haben am Dienstag noch einen Ausdauertest, dann haben die Jungs Zeit zum durch schnaufen und können ihre Abschlussfahrt machen. Vielleicht sollten sie nicht vergessen, dass ein oder andere Mal zu joggen – mit 120 Kilo in die Vorbereitung ist nicht so toll.“
Vom Start weg machten die Nußlocher Ernst, ließen keinen Zweifel in ihrer Meisterform aufkommen. Im Angriff zappelte das Spielgerät nach fünf Minuten bereits vier Mal im Netz, in der Abwehr holte sich das Team entweder über einen gut gesetzten Block, oder über den gut aufgelegten Keeper Marco Bitz. Einen bärenstarken Tag erwischte auch Bruder Kevin Bitz, der mit seinen drei Treffern in Folge nicht nur die 10:6-Führung der Hausherren sicherstellte, sondern auch sein sechstes Tor. Zur Pause sah es dann bereits sehr komfortabel aus, Nußloch führte mit 17:13 – der Konkurrent aus Horkheim lag gegen den TV Hochdorf sogar mit einem Tor zurück.
Ganz so einfach wollten es die Kronauer dem neuen Titelträger aber nicht machen: Sebastian Körner stellte in der 34. Minute mit seinem 20:16 den alten Abstand wieder her, dann setzten die Gäste aber zur Aufholjagd an. Nach dem 22:19 des erneut starken Pierre Freudl, zauberten die „Jung-Löwen“ einen blitzsauberen 3:0-Lauf aufs Parkett – der Ausgleich. „Wir hatten einen Gegner, der alles gegeben hat“, stellte Job fest: „Das hatten wir vom Prinzip her von 30 Spielen 27 oder 28 Mal so, dass der Gegner fast sein bestes Saisonspiel gemacht hat.“ Aus heiterem Himmel war die Begegnung auf den Kopf gestellt, alles wieder auf Anfang – der Blick nach Heilbronn verriet zudem, dass es wohl doch keine Schützenhilfe der „Pfalzbiber“ geben würde. Es hieß also: Wollte Nußloch am Ende den Meisterschafttitel einfahren, musste es auch gewinnen. Das perfekte Szenario für eine der spannendsten Saisonschlussphasen der vergangenen Jahre.
Freudl legte wieder vor, Adam Soos glich erneut aus – so startete die Schlussviertelstunde. Doch die SG Nußloch legte nun den Grundstein für einen Erfolg, erzielte erneut drei Tore am Stück. So langsam fingen die ersten an, die verbleibenden Minuten der Saison so richtig zu genießen. Eike Rigterink, der in der ersten Saisonhälfte einsprang und zum Abschluss wieder in der Halle war, schien zwar noch nicht restlos überzeugt, spätestens nach dem 30:25 durch Jochen Geppert glaubte aber auch er daran, dass nichts mehr schief gehen kann. „Das ich unheimlich stolz auf die Mannschaft bin, ist klar“, versuchte Erfolgscoach Job seine Gefühlswelt in Worte zu fassen: „Wir haben 30 Spiele gegen topmotivierte Teams bestritten und sind am Ende Tabellenführer.“
SG Nußloch: M. Bitz, Lieb; Kuch 1, Körner 1, Crocoll, Müller 3, Fehringer, Geppert 4, Freudl 6/2, Schmitt 4, Buse 3, K. Bitz 7, Ganshorn 1, Pauli 1.
SG Kronau/Östringen II: Boudgoust, Gabrys; Trost 4, Zweigner, James, Zeller 1, Soos 6, Ockert, Haider 2, Bolius 5, Gerdon 2, Herrmann 4/3, Schwarz 3, Keller 1.