Löwen II kassieren Ausgleich in letzter Sekunde
Löwen II kassieren Ausgleich in letzter Sekunde
In einem sehr intensiven Spiel der Dritten Liga zwischen den Rhein-Neckar Löwen II und den Gästen aus Dansenberg gab es in der Stadthalle Östringen keinen Sieger. Mit dem 26:26-Unentschieden, das die Westpfälzer in der letzten Sekunde erzielten, konnten am Ende beide Seiten zufrieden sein. Immerhin mussten die Hausherren einen fünf Tore Rückstand aufholen und es fehlten nur wenige Sekunden, dann hätte es sogar zu beiden Punkten gereicht.
Die knapp 500 Zuschauer sahen in der Anfangsphase eine Partie, die eher einem "Tag der offenen Tür" glich, denn einem geordneten Handballspiel. Beide Abwehrreihen ließen in den ersten acht Minuten je fünf Treffer zu. Hüben wie drüben agierten beide Teams mit einer aggressiven Deckung, konnten aber die zehn Tore nicht verhindern.
Die Gelbhemden fingen sich zuerst und setzten sich mit einem 3:0-Lauf auf 8:5 ab. In diesem Abschnitt gelang es den Schützlingen des Trainerduos André Bechtold/Michel Abt ihr Tempospiel auf das Parkett zu zaubern. Die Gäste fanden jedoch schnell wieder eine Lösung, das Tempo aus der Partie zu nehmen und die Gastgeber kamen erneut aus dem Rhythmus. Für fünf Minuten war die Partie mehrfach durch individuelle Fehler unterbrochen, so dass auch keine Tore fielen.
Nach dem 9:6 durch Maximilian Kessler in der 17. Minute verloren die Badener etwas den Faden und produzierten einige technische Fehler, die den Westpfälzern die Möglichkeit gaben, die Begegnungen zu drehen. Nach dem Ausgleichstreffer durch den Neuzugang des TuS, Goran Gorenac, nahmen die Gastgeber ihre erste Auszeit. Kurz danach geriet die besprochene Taktik der Junglöwen abermals durcheinander, da Spielmacher Rico Keller seine zweite Zeitstrafe kassierte und zunächst nicht mehr gebracht wurde.
Die Jungs von Trainer Marco Sliwa spielten die Überzahl eiskalt aus und gingen in Führung. Dieser Abschnitt gehörte eindeutig den Gästen, die bis zur letzten Minute der ersten Hälfte auf 15:11 enteilten. Neun Sekunden vor dem Pausensignal kam es dann für den Liganeuling allerdings knüppeldick. Die südbadischen Schiedsrichter verhängten bis zur 30. Minute noch drei Zeitstrafen, die mit in die zweite Halbzeit genommen wurden.
Überzahl direkt nach dem Seitenwechsel
Die Junglöwen starteten in die zweite Halbzeit mit einer doppelten Überzahl, da Trainer Sliwa einen zusätzlichen Feldspieler brachte und dafür den Torhüter vom Feld nahm. Die Kraichgauer stellten sich in der Überzahl allerdings nicht gerade clever an und kassierten sogar noch den Treffer zum 11:16. Wie schon oft in dieser Runde weckte dieser hohe Rückstand den Kampfgeist der Gelbhemden. Sebastian Trost und Patrick Zweigner gaben das Startsignal dazu und verkürzten auf 13:16.
Die Westpfälzer hielten den Tabellenzweiten zwar mit weiteren Toren zunächst noch auf Distanz, waren aber nicht in der Lage weiter das Tempo aus dem Geschehen zu nehmen. Vor allem Leon Bolius erhöhte über Linksaußen den Druck auf die Gäste. Er trug wesentlich dazu bei, dass sein Team in der 43. Minute mit dem 17:19 den Anschluss erreicht hatte. Zeit für Marco Sliwa eine weitere Auszeit zu nehmen. Der Express der Kraichgauer kam aber immer besser ins Rollen und ließ sich auch nicht durch eine Zeitstrafe aufhalten, die gegen Linkshänder Luca Braun verhängt wurde. Den gleichzeitig verhängten Siebenmeter machte Torhüter Lucas Bauer zunichte und ermöglichte so seinem Kapitän Max Haider mit dem nächsten Angriff den Anschluss zum 19:20 herzustellen. Sein Gegenspieler Gorenac bekam noch eine Pause von zwei Minuten aufgebrummt, die die Gelbhemden dieses Mal besser nutzten. Bolius stellte mit seinem dritten Treffer nach langer Zeit wieder den Gleichstand her.
Eine Viertelstunde vor dem Ende begann ein echter Freitagabend-Krimi. Die Hausherren legten von da an ein Tor vor, vergaben aber zu oft sehr gute Gelegenheiten sich entscheidend abzusetzen. Der Tabellendreizehnte wehrte sich jedoch mit allen Kräften und wollte an diesem Abend unbedingt etwas Zählbares mitnehmen. Die Sliwa-Truppe fand immer wieder Lösungen den Gleichstand zu erzielen. Sie ließen sich auch nicht durch die dritte Zeitstrafe gegen Abwehrstratege Gorenac und die damit verbundene Rote Karte aufhalten. Tim Beutler glich drei Minuten vor dem Abpfiff zum 24:24 aus.
Unter dem Jubel des Löwenanhanges brachte Tim Ganz mit seinem vierten Tor seine Farben erneut in Vorteil. Für die Junglöwen hätte diese Schlussphase noch alles zum Guten wenden können. Durch eine weitere Zeitstrafe für die Gäste entstand für die Kraichgauer abermals eine Überzahl und zusätzlich wurde ihnen ein Siebenmeter zugesprochen. Bolius hämmerte die Harzkugel an die Latte und so konnten die Gästen mit dem nächsten Angriff zum 25:25 ausgleichen.
Aber noch waren 38 Sekunden auf der Uhr. Die Trainer der Junglöwen legten den grünen Karton. Mit Erfolg! Neun Sekunden vor dem Ende markierte Ganz die erhoffte Entscheidung zum 26:25, so dachten wohl alle Anhänger der Gelbhemden. Aber die Zeit reichte den Gästen mit der letzten Sekunde noch den ersehnten Ausgleich zu erzielen.
Rhein-Neckar Löwen II: Pascal Boudgoust, Lucas Bauer - Maximilian Trost (1), Patrick Zweigner (2), Luca Braun (1), Maximilian Haider (1), Leon Bolius (5/1), Timo Zehrbach, Sebastian Trost (3), Lars Röller (4), Mattes Meyer, Tim Ganz (5/1), Rico Keller (3), Maximilian Kessler (1).
TuS 04 Dansenberg: Markus Seitz, Tim Hottgenroth - Maximilian Labroue (1), Tim Beutler (2), Steffen Kiefer (1), Theodor Megalooiknomou (3), Christopher Seitz (2), Goran Gorenac (5), Alexander Schulze (6), Luca Munzinger (3), Florian Lammering, Jan Claussen (3), Christopher Klee, Robin von Lauppert.