Nationaltorwart David Späth. - Foto: Marco Wolf
Nationaltorwart David Späth. - Foto: Marco Wolf

„Bei der EM muss man direkt voll da sein“

02.01.2026 | Männer

 

U21-Weltmeister David Späth bestreitet sein viertes großes Turnier an der Seite von Andreas Wolff  

An Hannover hat David Späth definitiv gute Erinnerungen: Dort startete der heute 23-Jährige im Sommer 2023 mit der U21-Nationalmannschaft in die Heim-WM, die am mit Gold gekrönt wurde. Im Frühjahr 2024 – da schon in der A-Nationalmannschaft – qualifizierte er sich für seine ersten Olympischen Spiele. Nun beginnt in Hannover auch die Vorbereitung auf sein bereits viertes großes Turnier mit den DHB-Männern, die EHF EURO 2026.  

„Ich freue mich jetzt wieder auf die Jungs. Nach dem Lehrgang im Mai hatten wir uns sechs Monate nicht gesehen. Dann gab es eine Woche für Lehrgang und Island-Spiele im Oktober – und jetzt haben wir wieder viel gemeinsame Zeit. Gegen Island hatte die Chemie direkt wieder gepasst und ich glaube auch beim ersten Spiel hat vieles schon richtig gut funktioniert“, sagt David Späth, der genau vier Monate und einen Tag nach U21-WM-Gold in Berlin sein Debüt in der Männer-Nationalmannschaft feierte. Seitdem bildet der in Kaiserslautern geborene Schlussmann der Rhein-Neckar Löwen das Gespann mit dem Kieler Andreas Wolff.  

Während Wolff vor den finalen EM-Tests gegen Kroatien bei 185 Länderspielen steht, kann Späth im Falle des Hauptrundeneinzugs bei der EM die Marke von 50 internationalen Einsätzen knacken. Auch wenn Wolff in Sachen Erfahrung voraus ist – beide Torhüter stehen nach 19 Spieltagen der DAIKIN Handball-Bundesliga in der Statistik gleichauf mit 192 abgewehrten Bällen. Vor dem DHB-Duo liegt nur Magdeburgs Spanier Sergey Hernandez, und auf den treffen Späth und Wolff am dritten Vorrundenspieltag der EM in Herning am 19. Januar. Zuvor geht es gegen Österreich (15. Januar) und Serbien (17. Januar, alle um 20.30 Uhr). 

„Bei der EM muss man direkt voll da sein, denn wir treffen gleich auf drei Topmannschaften“, sagt David Späth: „Österreich hat in den vergangenen Jahren gezeigt, was es kann, genauso wie Serbien. Und über Spanien brauchen wir gar nicht zu reden, dass das ein Top-Gegner ist. Somit warten drei sehr, sehr schwere Aufgabe. Aber wir freuen uns darauf. Wenn man sich mit den Besten messen will, haben wir eine gute Gruppe erwischt und werden alles reinwerfen und wollen auf jeden Fall jedes Spiel gewinnen. Dann schauen wir mal, was danach kommt.“ 

Bevor es nach Dänemark geht, stehen am 8. Januar (20.30 Uhr in Zagreb, live bei sportschau.de) und 11. Januar (18.05 Uhr, live in der ARD) in der ausverkauften ZAG Arena in Hannover noch zwei Länderspiele gegen Vize-Weltmeister Kroatien an – für David Späth wichtige Schritte zu einer erfolgreichen EM: „Kroatien ist natürlich wieder ein Gegner auf Top-Niveau. Aber solche Vorbereitungsgegner braucht man auch, wenn man sich die EM anschaut. Wir wollen uns mit den Besten messen, auch in den Vorbereitungsspielen, nur dann wissen wir, wie der Stand ist. Diese Tests bringen sehr, sehr wertvolle Erkenntnisse.“ 

Nachdem die DHB-Auswahl bereits bei der WM 2025 die Vor- und Hauptrunde in Herning bestritt, kann es nun im Optimalfall ohne Ortswechsel bis zum Finaltag gehen, für Späth kein schlechtes Omen: „Das ist schon wie eine Routine. Im gleichen Hotel und der gleichen Halle wie im Vorjahr zu sein, tut immer gut. Da weiß man genau, was auf einen zukommt. Ich war mega-zufrieden, deswegen freue ich mich auch drauf und bin gespannt.“  

Auch in diesem Jahr setzt der Torwart auf einen großen Anhang im Nachbarland: „Ich hoffe, dass wieder viele deutsche Fans nach Herning kommen. Diese Unterstützung gerade im Ausland tut immer gut, das pusht noch einmal richtig. Und vor allem bei diesen schweren Spielen ist das wichtig. Wir freuen uns auf jeden einzelnen, der kommt.“ 

Dass sich seine Rolle seit dem Gewinn der U21-Weltmeisterschaft, als er auch ins Allstar-Team gewählt wurde, gewandelt hat, ist Späth bewusst: „Ich kenne meine Stärken und ich bin kein Jugendspieler mehr. Ich bin zwar noch jung, aber ich glaube, mit meinen Fähigkeiten kann ich dem Team helfen. Und das versuche ich auch jedes Mal rüberzubringen.“ Nach Heim-EM und Olympia 2024 sowie der WM 2025 ist die 2026er EM sein viertes großes Turnier für die DHB-Männer – und in dieses geht David Späth ein Jahr vor der Heim-WM mit großem Optimismus: „Ich glaube, ich habe einen Schritt nach vorn gemacht. Natürlich hat man anfangs ein anderes Standing: Man ist neu und auch ein bisschen verunsichert. Aber so langsam habe ich mich so entwickelt, dass ich mit Andi ein gutes Team bilden kann. Wir unterstützen uns gegenseitig. Egal, wer auf der Platte steht: Der andere pusht. Ich will nicht einfach nur dabei sein, sondern ich möchte dem Team helfen, egal, ob es auf der Platte oder neben der Platte ist.“ 

(BP)