Volles Haus beim Fantreff in Silkeborg. - Foto: kolektiff images
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Austausch, Unterhaltung und einheitliche Fanshirts

17.01.2026 | Verband

 

200 Fans waren am Freitag beim DHB-Fantag im dänischen Herning 

Den Fans etwas zurückgeben, sie unterhalten, aber auch konkrete Ideen mit den Fans austauschen – das war die Intention des Fantags am Freitag in Silkeborg. Vor vier Jahren war der Deutsche Handballbund Gastgeber im Deutschen Haus bei der EM-Hauptrunde in Wien, nun traf man sich wieder. Mehr als 200 Fans des DHB-Teams waren im Kedelhuset, ganz in der Nähe des Mannschaftshotels, um sich in lockerer Atmosphäre mit dem DHB auszutauschen, dann aber auch ein abwechslungsreiches Abendprogramm zu genießen. 

„Es ist so wichtig, dass ihr alle da seid. Die Spieler haben nach dem ersten EM-Spiel gegen Österreich von einem Heimspiel in Herning geschwärmt. Das haben wir euch zu verdanken, vielen Dank dafür“, sagte Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des DHB: „Daher ist für uns es sehr wichtig, euch zu diesem Fantag zu begrüßen.“  

Der neue Fanbeauftragte Dominik Buik („Wir wollen euch heute was zurückgeben“) führte dann durch das Fanquiz mit Fragen rund um den DHB, seine Mannschaften und seine Erfolge – und das hatte eine überraschende Siegerin: Nationaltorfrau Katharina Filter, die ihren ersten Preis aber an den Zweitplatzierten weitergab. 

Dass die WM-Silbermedaillengewinnerin, die für den dänischen Spitzenklubs Team Esbjerg aufläuft, beim Fantag war, hatte einen Grund: sie war Teilnehmerin einer Talkrunde mit Weltmeister und DHB-Markenbotschafter Oliver Roggisch sowie Ex-Nationalspieler Sven-Sören Christophersen, der die EM als ZDF-Experte begleitet. Moderiert wurde die kurzweilige Runde von DHB-Medienchef Tim Oliver Kalle. 

Filter berichtete von der Heim-WM, bei der ihr schönster Moment war, „als wir das Halbfinale gewonnen und damit eine Medaille sicher hatten. Dieses Turnier hat insgesamt unfassbar viel Spaß gemacht – auch dank der tollen Fanunterstützung in Stuttgart und Dortmund.“ Die Torfrau ist sich sicher, dass die WM-Kampagne „Hands up for more“ und der WM-Erfolg der Mannschaft nachhaltige, positive Auswirkungen haben wird: „Mich haben so viele Mädchen angeschrieben, die jetzt Handball spielen. Bei unserem Champions-League-Spiel letzte Woche in Dortmund saßen sogar einige Mädchen mit Filter-Trikots auf der Tribüne.“ 

Auch Roggisch, der bei zwei Partien vor Ort sah, war begeistert von der Euphorie bei der Frauen-WM: „Das war eine unglaubliche Stimmung, die Mannschaft hatte ein überragendes Selbstvertrauen. Alle haben gesehen, dass diese Frauen richtig guten Handball spielen.“ Das sieht Christophersen ähnlich: „Wir können uns auf die Zukunft des deutschen Frauenhandballs freuen.“ 

Aber natürlich standen die aktuelle EM und die Heim-WM der Männer in 2027 im Fokus. „Die Jungs haben im Angriff noch Luft nach oben. Vielleicht sollten die nicht so oft aufs leere Tor werfen, sondern einen richtigen Gegenstoß oder zweite Welle laufen, das klappt besser“, sagte „The Rogg“ mit Blick auf das Auftaktspiel gegen Österreich (30:27), meinte als Abwehrspezialist aber auch: „Die Abwehr und Torwart Andi Wolff waren überragend.“ 

Für Christophersen ist entscheidend, dass die DHB-Auswahl dieses Jahr ohne Verletzte und Erkrankte ins Turnier geht, und: „Die Abwehr stellt dieses Jahr eine Riesenbasis, auch weil mit Matthes Langhoff und Tom Kiesler zwei weitere Spezialisten dabei sind. Der Angriff ist ausbaufähig, und auch von der Siebenmeterlinie müssen wir unsere Chancen besser nutzen. Aber für die weiteren Partien gegen Serbien und Spanien mache ich mir wenig Sorgen.“ Das sieht Roggisch anders: Spanien wird sich erheblich steigern, die werden gegen uns deutlich besser spielen.“ 

Alle einte zudem die Vorfreude auf eine Hauptrundenpartie gegen Gastgeber, Weltmeister und Olympiasieger Dänemark: „Die Dänen lieben Handball, fast jeder spielt Handball, das ist hier Sportart Nummer eins – und die Fans sorgen für eine tolle Atmosphäre“, weiß Dänemark-Legionärin Katharina Filter. Roggisch lobte vor allem Trainer Nikolaj Jacobsen, den er aus gemeinsamen Zeiten bei den Rhein-Neckar Löwen sehr gut kennt: „Ein unglaublicher Trainer und unglaublicher Typ, vor ihn habe ich größten Respekt.“ Noch kurz vor dem dänischen Auftaktsieg gegen Nordmazedonien hatten beide telefoniert: „Nico wünscht sich, dass wir zweimal gegen Dänemark spielen, am liebsten dann nochmal im Finale. Und wenn ich es mir aussuchen dürfte, wäre mir ein Sieg im zweiten Spieler lieber. Wir müssen gegen 15.000 Dänen in Herning so spielen wie vor 28.000 beim Olympia-Viertelfinale in Lille. Wir müssen ihnen Stress machen, wobei sie natürlich mit unglaublichem Selbstvertrauen auflaufen werden.“ 

Als Spieler bei der WM 2007 und Teammanager bei der WM 2019 und der EM 2024 weiß Roggisch, wie sich Heimturniere anfühlen, für 2027 gibt er der aktuellen Mannschaft einen wichtigen Tipp: „Geht das Turnier ganz normal an, fokussiert euch, erzeugt aber keinen zusätzlichen Druck, speilt einfach Handball. Und lasst euch von den Fans tragen.“ Dass ein Turnier in Deutschland auch für die internationalen Stars immer besonders ist, betonte Christophersen: „Bei uns sind die Hallen immer voll, das ist ein Handballfest für die ganze Welt.“ Dem stimmte Roggisch zu: „Die Organisation ist super, egal, ob Halle, Hotel oder Essen, alles stimmt. Dafür gebührt dem DHB ein großes Lob.“ Katharina Filter muss indes noch bis zur EM 2032 auf ein Heimturnier warten: „Da bin ich 33, das werde ich noch schaffen.“ 

Zudem hofft Roggisch darauf, dass die Mannschaft jetzt und 2027 „die Welle trifft wie 2016“, als der damalige Bundestrainer Dagur Sigurdsson das „Bad-Boys“-Motto ausgab. „Ich musste damals Dutzende Poster laminieren, mit den Detroit Pistons, von denen Bad Boys ja kam, und sie auf die Zimmer verteilen“, erinnert sich Roggisch.  

Wie wichtig Social Media heutzutage für den Handball ist, auch da waren sich alle Beteiligten einig: „Wir müssen die jungen Fans erreichen, sie sind unsere Zukunft“, sagte Roggisch. „Der digitale Austausch mit den Fans ist heute enorm wichtig geworden, die Leute sitzen ja eher am Handy als vor dem Fernseher“, meinte Filter. 

Im Anschluss an die Talkrunde konnten die 200 Fans dann noch Autogramme und Selfies mit den Nationalspielern Johannes Golla, Miro Schluroff und Justus Fischer sowie Filter und Roggisch sammeln. „Wir wollen euch eine Freude mit diesem Abend machen“, sagte Kapitän Golla, Schluroff bedankte sich für den tollen Rückhalt und Fischer meinte: „Ohne euren Support sind die Spiele nur halb so schön.“ Das griff auch Roggisch auf: „Die Jungs spielen nicht wegen des Geldes, sondern für euch. Also gebt weiterhin Vollgas, dann werden wir diese EM rocken.“ Und damit der deutsche Block auch einheitlich auftritt, verteile Dominik Buik zum Abschluss auch Hunderte neue, weiße Fanshirts mit dem DHB-Motto „Wir. Ihr. Alle“ an die Besucher. 

Im ersten Teil des Fantags gab es in vier Workshopgruppen einen intensiven Austausch mit dem DHB, Mark Schober, Thomas Zimmermann (Vorstand Marketing und Kommunikation), Jörg Westheider (Leiter Leiter Sponsoring und Rechtemanagement) sowie Dominik Buik leiteten die Gruppen, die sich mit den Themen Fanerlebnisse bei Fan- und Auswärtsturnieren, der Kommunikation des DHB mit den Fans sowie Merchandising/Fanartikel befassten. Eineinhalb Stunden wurde diskutiert, zudem gab es viele Vorschläge der Fans, zum Beispiel, was das Ticketing für Heimturniere betrifft. „Wir waren sehr dankbar für die vielen guten Ideen der Fans, wir haben viele neue Impulse erhalten und konnten auf der anderen Seite viele Informationen aus erster Hand an unsere treuen Fans geben. Dieser Workshop und der gesamte Fantag haben uns sehr viel gebracht – und es wird sicherlich nicht der letzte gewesen sein“, sagte Thomas Zimmermann.  

(BP)