Eine Truppe von Männern in schwarzen Trikots die jubeln und klatschen
Foto: Anze Malovrh / kolektiff

DHB-Elitekader: Talente auf dem Weg zur Spitze

30.04.2026 | Verband


Individuelle Förderung für Deutschlands beste Nachwuchsspieler


Sie tragen schon längere Zeit das Nationalmannschaftstrikot des Deutschen Handballbundes, einige von ihnen gewannen im vergangenen Jahr in Ägypten die U19-Weltmeisterschaft, aber das soll erst der Anfang gewesen sein. Mit seinem Elitekader will der DHB aus seinen vielversprechendsten Talenten noch mehr herausholen, eine individuelle Förderung weiter forcieren. Die Spieler empfinden diese zusätzliche Unterstützung in einer wichtigen Phase ihrer Karriere-Entwicklung als besondere Wertschätzung.

Tim Schröder erinnert sich noch genau an den Tag im September des vergangenen Jahres. Der WM-Sieg hatte sich gerade gesetzt, da erlebte der Kreisläufer, der den Füchsen Berlin gehört und ein Zweitspielrecht beim 1. VfL Potsdam besitzt, seinen nächsten Meilenstein. „Wir waren auf dem Weg zu unserem Auswärtsspiel in Dresden, als ich durch einen Anruf von der Nominierung für den Elitekader erfahren habe. Ich hatte ein Riesen-Grinsen im Gesicht.“ Teil dieses im männlichen Bereich derzeit zehn Spieler umfassenden Kreises zu sein, ist ein nächster Schritt, der die Youngsters weiter motiviert und antreibt. „Mein Anspruch an mich selbst war schon immer hoch, aber diese Nominierung ändert das noch einmal. Ich will noch mehr eine Führungsrolle in der Mannschaft übernehmen und dem in mich gesetzten Vertrauen gerecht zu werden“, sagt Schröder. „Ich möchte zeigen, dass ich den Status verdient habe.“

Martin Heuberger, der den männlichen Elitekader seit Jahresbeginn als Mentor betreut, geht auf die individuellen Bedürfnisse der Spieler ein. Im engen Austausch werden die Bereiche besprochen, in denen die Unterstützung gerade zur Weiterentwicklung beitragen kann. „Es ist sehr hilfreich, einen Ansprechpartner und ein offenes Ohr an seiner Seite zu haben“, sagt Rückraumspieler Linus Schmid, der beim Bundesligisten TVB Stuttgart schon einiges an Erfahrung sammeln konnte. Das Spektrum der Hilfe geht von einer individuellen Video-Nachbereitung von Lehrgängen bis hin zu sportpsychologischen Angeboten. Schmid hebt die Bedeutung der Schulkooperation hervor – gerade in einem Alter, in dem die Abiturprüfungen anstehen. Durch Lehrgänge erhöhen sich die Fehlzeiten. Verpasster Lernstoff wird durch einen in Zusammenarbeit koordinierten Nachholunterricht aufgearbeitet. „Eine große Hilfe“, sagt der 19-Jährige, der zu den Senkrechtstartern im deutschen Nachwuchs zählt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich in der kurzen Zeit nach meinen ersten Länderspielen zur WM fahre, geschweige denn mit dem Team Weltmeister werde, und auch nicht, dass ich es in den Elitekader schaffe.“

Den Austausch mit Martin Heuberger empfinden die Spieler als sehr angenehm. „Wir haben alle riesigen Respekt vor Martin und bewegen uns auf einer freundlichen, kollegialen Ebene. In den Gesprächen haben wir nicht das Gefühl, mit unserer Meinung zurückzustecken zu müssen“, schildert Tim Schröder.

 

(Text: René Weiss / Foto: Anze Malovrh / kolektiff)