Dominanter Auftakt in die Weltmeisterschaft
Die Außen sind beim 39:22 gegen Brasilien makellos
Zeitumstellung gemeistert, Akklimatisierung ebenfalls, und die erste Aufgabe nicht minder souverän gelöst: Die weibliche U20-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes hat ihren Auftakt bei der Weltmeisterschaft in China deutlich für sich entschieden. Gegen die Auswahl Brasiliens zeigte der U19-Europameister des Vorjahres alle Tugenden, die es braucht, um gegen einen schwächeren Gegner erfolgreich zu sein. Mit konzentrierter Abwehr, vor allem in der ersten Halbzeit hoher Abschlussquote (22 Tore bei 29 Würfen) und der richtigen Einstellung warf das Team von Christopher Nordmeyer seinen 39:22 (23:14)-Kantersieg heraus. „Ich freue mich darüber, dass die Mannschaft von Beginn an so auf aufgetreten ist. Brasilien ist stärker als der Unterschied es heute aussagt. Das Spiel wurde so deutlich, weil unser Team sehr konzentriert aufgetreten ist", sagte der Trainer.
Marleen Kern zeigte im rechten Rückraum auf der Position der verletzten Lara Däuble von Anfang an ihre Qualitäten. Sie und Chiara Rohr drückten dem deutschen Angriffsspiel eingangs ihren Stempel auf. Die künftige Bensheimerin Rohr traf von Linksaußen aus spitzem Winkel genauso makellos wie vom Siebenmeterstrich aus und im Tempogegenstoß. Am Ende stand Rohr bei acht Toren aus acht Versuchen – gleichauf mit Farrelle Njinkeu auf der rechten Außenbahn. Die Flügelspielerinnen stachen aus der geschlossenen Mannschaftsleistung hervor. Rohr freute sich über die Auszeichnung zur Spielerin des Spiels.
Trainer Nordmeyer schickte neben Rohr und Kern in Marlene Tucholke, Ruslana Litvinov, Jana Walther, Laura Klocke und Lena Lindemann im Tor eine Anfangsformation auf die Platte, die nach elf Minuten schon mit 9:3 führte. Die sichere Abwehr ermöglichte es, im Umschaltspiel einfach zu Toren zu kommen. Nach 18 Minuten erfolgte erste der Blockwechsel ohne qualitative Einbußen. Lara Egeling, Emma Niemann, Hannah Gutzeit, Aida Mittag, Farrelle Njinkeu und etwas später auch Kim Ott auf der für sie ungewohnten Kreis-Position, wo sie die angeschlagene Aylin Bornhardt ersetzte, übernahmen. Sie trafen prompt. Gutzeit, Mittag und Njinkeu erhöhten auf 18:9 (21.). Nun schlich sich der eine oder andere Ballverlust ein, sodass die Südamerikanerinnen den Abstand bis zur Pause hielten. Kim Otts Buzzer-Beater zum 23:14 setzte den Schlussstrich unter den ersten Abschnitt.
Im zweiten Durchgang blieb Deutschland, jetzt auch mit Lisa Lammich auf Halblinks, defensiv wie ein Bollwerk. Lena Lindemann, die mit 45 Prozent abgewehrter Würfe aus dem Spiel ging, musste bis zur 45. Minute nur zweimal hinter sich greifen. Lammichs Rückraumtreffer machte nach einer Dreiviertelstunde die 30 voll (30:17). Jetzt brach die Phase von Farrelle Nijinkeu an. Ihre Gegenstöße und Siebenmeter distanzierten die Selecao zum 39:22-Endstand. Die Nordmeyer-Sieben sprühte auch vor Freude über jedes Tor, als die Begegnung längst entschieden war. Strahlende Gesichter nach jedem erfolgreichen Abschluss transportierten die Stimmung nach Deutschland, die dieser WM-Auftakt verbreitete. Nordmeyer: „Es war genau der Auftakt, den man vor dieser Reihe an schweren Spielen braucht."
Die zweite WM-Aufgabe wartet bereits am Donnerstag ab 10.15 Uhr deutscher Zeit. Dann trifft die DHB-Auswahl auf Kanada. Alle WM-Spiele der deutschen Mannschaft werden live auf DYN übertragen.
Deutschland: Lindemann, Muth – Gutzeit (2), Walther, Egeling (2), Njinkeu (8/4), Mittag (2), Rohr (8/2), Litvinov (2), Lammich (3), Bornhardt, Kern (4), Niemann, Klocke (3), Tucholke (3), Ott (2).
Schiedsrichterinnen: Maali Al Enezi / Dala Al Naseem (Kuwait).
Zeitstrafen: Deutschland 3 – Brasilien 3.
Siebenmeter: Deutschland 6/6 – Brasilien 2/1.