Knackstedt: Den Adler auf der Brust zu haben. ist ein großartiges Gefühl
Vor der U18-EM spricht der DHB-Torwart über Ziele, Stärken und Ambitionen
1,96 Meter groß, 18 Jahre alt, gebürtiger Bremer – und einer der Hoffnungsträger der deutschen U18-Nationalmannschaft: das ist Torwart Tjorven Knackstedt. Mit 15 Jahren ist er ins Leistungszentrum des VfL Gummersbach gewechselt, vor der EHF EURO in Serbien (live auf ehftv.com) hat er den nächsten Schritt gemacht und läuft nun für den Zweitligisten Eintracht Hagen auf. Vor dem EM-Start spricht Tjorven Knackstedt im DHB-Interview über seine Karriere, das DHB-Team, die Ambitionen und die Stärken.
Du hast schon ein in einigen Mannschaften gespielt, was zeichnet die U18-Nationalmannschaft aus?
Tjorven Knackstedt: Wir sind spielstark und haben viele coole Spieler dabei.
Wie hat deine Handballkarriere begonnen? Wann hast du dich entschieden, ins Tor zu gehen?
Tjorven Knackstedt: Ich wollte schon immer ins Tor. Ich hatte mit Fußball angefangen, aber da durfte ich nicht ins Tor. Dann bin ich durch meinen Vater, der Handball gespielt hat, zum Handball und dann ins Tor gekommen. Erst in einem kleinen Dorfverein in da Niedersachsen, dann weiter zum HC Bremen. Als es immer leistungsbezogener wurde, bin in Bremen zur Sportschule gegangen. Und dann kam der Kontakt zu Gummersbach. Ich hatte mich über verschiedene Leistungszentren informiert, und da bin ich bei Gummersbach hängen geblieben. Ich habe den Kontakt gesucht und bin dann zum Probetraining. Da hat es mir so gut gefallen, dass ich direkt zum VfL gegangen bin. In Gummersbach habe ich drei Jahre gespielt und mir dann ein neues Ziel gesucht. Eine neue Herausforderung, die beim VfL Eintracht Hagen.
Wann kam der Moment, als du gemerkt hast, da ist mehr drin als Kreisliga?
Tjorven Knackstedt: Es war schon immer mein Ziel, in einem Leistungszentrum zu spielen. Dieses Ziel, professionell zu spielen, hatte ich seit der D-Jugend.
Und wie fühlt sich das nun an, U18-Nationalmannschaft zu spielen?
Tjorven Knackstedt: Den Adler auf der Brust zu haben und in der U-Nationalmannschaft zu spielen, ist ein großartiges Gefühl. Das war – wie bei jedem von uns - ein Ziel, und das habe ich erreicht hat. Es fühlt sich unbeschreiblich an, ein ganzes Land zu repräsentieren.
In Kürze startet die Europameisterschaft. Nach den Erfolgen des DHB-Nachwuchses in den vergangenen Jahren - mit welcher Vorfreude gehst du in das Turnier?
Tjorven Knackstedt: Wir als Mannschaft freuen uns auf jeden Fall sehr auf das Turnier. Es ist ja das erste große Turnier. Wir waren beim EYOF, aber eine Europameisterschaft ist ja noch mal was anderes. Man misst sich mit Teams aus ganz Europa. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr auf das Turnier. Wir müssen uns nicht verstecken und nehmen ein gesundes Selbstbewusstsein mit.
Wie sind die Ziele bei der EM in Serbien?
Tjorven Knackstedt: Ich denke schon, dass wir ein Favorit sind. Durch unsere bisherigen Spiele konnten wir uns mit verschiedenen Auswahlmannschaften vergleichen. Ich denke auf jeden Fall, dass wir es sehr weit schaffen können, gerade mit der Mentalität, die wir an den Tag legen.
Wie wichtig ist dir das Thema Mentalität im Team und auch für dich?
Tjorven Knackstedt: Das ist ein großes Fundament, das im Team sehr wichtig ist. Wenn jemand den Kopf hängen lässt, bin ich immer direkt da. Ich bin auf dem Feld ein sehr emotionaler Typ. Da versuche ich immer alles reinzustecken, für das Team da zu sein, immer abklatschen, immer motivieren.
Ist das eine Möglichkeit, wie man der Mannschaft als Torwart einen Schub versetzen kann?
Tjorven Knackstedt: Ich denke schon, dass man als Torwart ein wichtiges Teil des Teams ist. Man ist der letzte Mann, der dafür sorgen kann, dass der Ball nicht reingeht. Man braucht auch eine gewisse Connection mit seinen Vorderleuten, weil man immer zusammen versucht, das Tor zu verteidigen.
Welche Punkte unterscheiden euch von anderen Mannschaften?
Tjorven Knackstedt: Kreativität ist auf jeden Fall ein großer Part. Wir hatten ja schon einige Teambuilding-Maßnahmen, in denen wir uns kennengelernt haben. Da ist das Thema Kreativität schon sehr herausgestochen und ist ein fester Teil unseres Teams. Zudem lassen wir uns nicht unterkriegen, auch wenn es mal schlecht läuft. Dass wir nicht den Kopf in den Sand stecken, dass wir immer weitermachen und uns immer weiter pushen, bei jedem Training.
Wann wärst du mit der EM zufrieden, was muss passieren?
Tjorven Knackstedt: Für mich wäre es eine geile Zeit gewesen, wenn wir den EM-Titel holen würden. Wenn wir alles so umsetzen können, wie wir es vorbereitet haben. Der Titel wäre natürlich das größte Ziel, auf das wir hinarbeiten. Und dass wir alle Ziele, die wir uns selber setzen, erreichen und eine gute Zeit haben. Das wir viel Spaß beim Turnier haben, ist auch wichtig.