U18-Bundestrainer Erik Wudtke. - Foto: René Weiss
U18-Bundestrainer Erik Wudtke. - Foto: René Weiss

Mit Talent und Kreativität ins erste große Turnier

28.07.2026 | U-Teams

 

Die U18 vor dem EM-Start gegen Italien: Bundestrainer Wudtke lobt seine lernwilligen Spieler 

Jetzt geht’s los, das erste große Turnier wartet auf die Jugend-Nationalmannschaft von Bundestrainer Erik Wudtke. Rund zehn Monate nach der Goldmedaille bei der U17-Weltmeisterschaft in Marokko (mit zwölf Teilnehmern) startet am morgigen Mittwoch die U18-Europameisterschaft in der serbischen Hauptstadt Belgrad mit 24 Nationen. Nach vier Testspielsiegen in den je zwei Partien gegen Portugal und die Schweiz in der direkten Vorbereitung gehen Kapitän Malte Elze & Co. selbstbewusst an den Start. In Vorrundengruppe B geht es am Mittwoch (14.30 Uhr) gegen Italien, tags darauf um 19.30 Uhr gegen Gastgeber Serbien und zum Abschluss am Samstag (14.30 Uhr) gegen die Türkei. Alle Partien werden als kostenpflichtiger Livestream von ehftv.com übertragen.  

Die ersten beiden Mannschaften jeder Vorrundengruppe ziehen in die Hauptrunde ein, dort wären am 3./4. August Teams aus der Hammergruppe A mit Schweden, Slowenien, Frankreich und Nordmazedonien die Gegner der DHB-Auswahl. Auf die Hauptrunde folgt das Viertelfinale am 6. August, einen Tag später stehen die Halbfinals an, am 9. August geht es um die Medaillen. 

Nach den beiden Siegen gegen die Schweiz am Freitag und Samstag (35:26 und 34:29) und einer finalen Trainingseinheit am Montagmorgen in Frankfurt hob der DHB-Tross am Montagnachmittag nach Belgrad ab. „Es ist schon sehr warm hier“, war Wudtkes erster Eindruck. 

Im digitalen DHB-Medientermin am Dienstagmorgen äußerten sich der Bundestrainer sowie Kreisläufer Moritz Detlefsen (SG Flensburg-Handewitt) zum Stand der Dinge. „Dank unserer Erfahrung gehen wir die Vorbereitung etwas gelassener an, morgen wird es sicher aufgeregter. Ein gesundes Maß an Anspannung ist wichtig“, betont Wudtke, der zum EM-Start gegen Italien einen Gegner erwartet, der offensiv verteidigt: „Genau darauf bereiten wir uns vor.“ Zudem wird sich sein Team am Dienstag noch mit den Spielhallen für die Vorrunde vertraut machen, der Branislav Pokrajac Arena und die Sumice Halle. Kollektives und individuelles Videostudium schließen die Vorbereitung bis zum ersten Spiel ab.  

Nach den bisherigen Eindrücken seit dem Sieg beim internationalen Turnier in Merzig Ende Dezember und vielen Trainingseinheiten lobt Wudtke vor allem die individuelle Kreativität seiner Spieler. „Sie versuchen im Rahmen des modernen Handballs Lösungen zu finden, und darin sind die Spieler talentiert, haben eine hohe Lerngeschwindigkeit. Sie nehmen viel auf, entwickeln das weiter, so entstehen aus Impulsen eigene Ideen.“  

Auch wenn die Mannschaft alle Länderspiele in 2026 gewonnen hat, sei eine Einschätzung, wo Deutschland vor der EM stehe, schwer zu treffen: „In dieser Altersklasse ist das schwierig zu sagen, man kennt sich eben noch nicht so gut. Zudem haben wir einige Spieler im Kader, die zuvor noch kein Turnier gespielt haben. Daher ist auch die Frage nach den Turnierfavoriten schwierig – es werden wohl die üblichen Verdächtigen aus dem Männerhandball sein: Schweden, Dänemark, Frankreich, Kroatien, Spanien, Portugal und Deutschland. Die Schweiz und Portugal waren starke Testspielgegner, das waren tolle Prüfungen – aber die Ergebnisse waren für mich nicht entscheidend, auch eine Niederlage wäre kein Drama gewesen“, sagt Wudtke.  

Dass ein Teil seines Kaders U17-Weltmeister wurde, sieht der Bundestrainer aus verschiedenen Punkten als Vorteil an: „Sie haben ein Turnier im Ausland gespielt, sie haben internationale Erfahrung in Marokko gesammelt. Sie haben das Finale gegen starke Ägypter gewonnen und ich hoffe, dass die, die dabei waren, diese Erfahrungen an die anderen Jungs weitergeben.“ 

Eine besondere Erfahrung wird auch im zweiten Spiel gegen Serbien wichtig sein: vor einer großen Kulisse zu bestehen. Diese haben die Spieler des THW Kiel und des SC Magdeburg in den A-Jugend-Bundesligafinals gesammelt – als insgesamt 8500 Zuschauer zu den zwei Partien kamen. „Das war ein tolles Erlebnis für die Jungs, in einer hitzigen, lauten Atmosphäre zu spielen. Das wird auch gegen Serbien am Donnerstag auf uns warten. Vor den vielen Zuschauern, die erwartet werden, sind die Gastgeber sicher motiviert und engagiert und werden alles in die Waagschale werfen. Es ist nie einfach, bei einem Turnier gegen die Gastgeber zu spielen.“  

Aber Wudtke weiß auch, dass er sich auf seine Spieler verlassen kann – zum Beispiel das Duo am Kreis mit Malte Elte und Moritz Detlefsen. „Moritz ist ein Spieler, der dem Trainer mehr Energie gibt als er raubt. Unter den Saugern und Spender er ist klar ein Spender. Es macht viel Freude, mit ihm zu arbeiten. Er hat eine enorme Lerngeschwindigkeit und kann sich super quälen im Training. Da hat er sich viel von seinem früheren Flensburger Mitspieler und Nationalmannschafts-Kreisläufer und -Kapitän Johannes Golla abgeschaut, der ihn mir auch empfohlen hat. Und wenn der Golli das sagt, sage ich nicht nein.“  

U17-Weltmeister Detlefsen lobte daher auch das Lernen von Golla: „Ich habe mir viel abgeschaut seit dem ersten Training. Es ist krass mit ihm zu trainieren, denn er hat ein Riesenstanding im Team und Führungsqualität, sowohl im Training als auch auf der auf der Platte.“ Generell sieht der Flensburger den Teamspirit, das sehr gute Miteinander in der Mannschaft als größte Stärke der DHB-Auswahl an: „Wir machen auch abseits der Hallen viel miteinander, das zeichnet unser Team aus. Nun können wir es nach vier Testspielen und vielen Qualen im Training kaum erwarten, dass es losgeht. Die Vorfreude auf die EM ist riesig.“  Auch Detlefsen sieht als Erfahrung von der U17-WM vor allem, dass man vor einer großen Kulisse im Finale erfolgreich gespielt habe: „Dieses Gefühl wollen wir in Serbien nun wieder aufleben lassen.“  

Deutsche EM-Vorrundenspiele in Gruppe B in Belgrad:

29. Juli, 14.30 Uhr: Deutschland - Italien
30. Juli, 19.30 Uhr: Deutschland – Serbien
1. August, 14.30 Uhr: Türkei - Deutschland