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Tätigkeit der Aufarbeitungskommission endgültig beendet

14.04.2026 | Verband

 

DHB dankt für außerordentliches Engagement / Safe Sport Code als Grundlage für künftigen Umgang mit interpersonaler Gewalt

Der Deutsche Handballbund und die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung und Prävention von Gewalt haben gemeinsam beschlossen, keinen Abschlussbericht zu erstellen und die Arbeit endgültig zu beenden. Grund hierfür ist ein im Juni 2025 abgeschlossenes Mediationsverfahren, das es der Kommission weiterhin ermöglicht hätte, zukunftsgerichtet Beiträge zu leisten, um strukturelle interpersonale Gewalt im Handballsport zu vermeiden und Wege der Prävention aufzuzeigen. Diese Einschränkungen lassen jedoch aus Sicht der Kommissionsmitglieder keinen hinreichenden Spielraum für eine Aufarbeitung.

„Wir bedauern das Ende der Zusammenarbeit und damit dieses Aufarbeitungsprozesses, bedanken uns jedoch zugleich für das außerordentliche Engagement der Mitglieder der Kommission und danken ebenso allen beteiligten Personen“, sagt Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes. Mitglieder der Kommission waren Dr. Jeannine Ohlert, Martina Lörsch, Prof. Dr. Bettina Rulofs, Angela Marquardt, Benny Barth und Maike Schröer.

„Der zurückliegende Prozess hat gezeigt, wie komplex unabhängige Aufarbeitungs- und Präventionsarbeit unter Berücksichtigung des Schutzes aller Verfahrensbeteiligten ist. Wir bedauern, dass unterm Strich in Anbetracht der Rahmenbedingungen die Ziele einer Aufarbeitung nur eingeschränkt erreicht worden sind. Mit dem Wissen und den Mitteln von heute hätten wir einige Dinge anders angehen können. Die unabhängig von der Arbeit der Kommission gewonnenen Erkenntnisse der vergangenen drei Jahre aus Fallbearbeitungen und Gerichtsverfahren sind daher wertvoll, denn wir haben den DHB für die Zukunft inhaltlich und personell stärker im Umgang mit und der Prävention von interpersonaler Gewalt aufgestellt. Ein Abschlussbericht hätte womöglich zusätzliche Hinweise für künftige Präventionsmaßnahmen bringen können“, sagt DHB-Vorstandsvorsitzender Mark Schober. Parallel zu der im Mai 2023 begonnenen Arbeit der Kommission sind Strukturen und Prozesse geschaffen sowie Schutzkonzepte überarbeitet und noch fester im Verband verankert worden.

Beim Bundestag in Dresden verankerte der Deutsche Handballbund im November 2025 zudem den Safe Sport Code in seiner Satzung und verabschiedete für seinen Zuständigkeitsbereich eine entsprechende Ordnung mit konkreten Verhaltensregeln. Damit ist eine rechtssichere Untersuchungs- und Sanktionsgrundlage für die Durchführung von Disziplinarverfahren bei Verstößen gegen das in der Safe Sport Code-Ordnung des DHB verankerte Verbot interpersonaler Gewalt geschaffen. Der Deutsche Handballbund wird dieses Regelwerk ab jetzt und in Zukunft konsequent anwenden, mit dem Ziel, dass alle Menschen beim Handballsport einen sicheren Ort finden. Der DHB stellt hierfür externe und interne Anlaufstellen mit geschulten Personen zur Verfügung. Verbindliche Präventionsmaßnahmen wie die Schulung aller ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden sind zudem wesentliche Elemente.

Die weitere flächendeckende Umsetzung auf Ebene der Landesverbände und in den Vereinen steht nun auf der Agenda. Erst wenn der Safe Sport Code vollumfänglich umgesetzt und gelebt wird, besteht für alle im Handballsport aktiven Personen eine verlässliche Grundlage bei Fällen interpersonaler Gewalt.

 

Interne Ansprechpersonen des Deutschen Handballbundes sind:

Alternativ können Meldungen über das DHB-Hinweisgebersystem gemacht werden: https://www.dhb.de/verband/ueber-uns/gesellschaftliche-verantwortung/hinweisgebersystem-hinsehen-melden-werte-schuetzen-im-handball


Mögliche externe Ansprechpersonen sind hier zu finden:

 

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