Schober zur WM 2027: „Das wird definitiv ein erfolgreiches Turnier“
DHB-Pressekonferenz in der Westfalenhalle
Die Westfalenhalle Dortmund war am Donnerstag die Klammer zwischen der Frauen-Handball-WM 2025 und der Männer-WM 2027. Genau 100 Tage nach dem siegreichen Viertelfinale der Frauen in der Westfalenhalle und 300 Tage vor dem Eröffnungsspiel der Männer-WM in München am 13. Januar 2027 gaben Mark Schober (Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbunds) und Ingo Meckes (Vorstand Sport) im Rahmen einer Pressekonferenz einen Überblick über beide Turniere, bevor die DHB-Männer Ägypten vor über 10.000 begeisterten Fans mit 41:38 besiegten.
„Wir haben hier in Dortmund bei der Frauen-WM eine tolle und zudem erfolgreiche Zeit erlebt“, sagte Schober. Auch finanziell war das Turnier ein voller Erfolg: „Wir hatten ein positives Minus von rund 350.000 Euro, eingeplant war waren Rückstellungen von 800.000 Euro bis eine Million. Somit war das Turnier eine absolut positive Investition, das hat sich absolut gelohnt für den Frauenhandball.“
Auch sportlich fällt die Bilanz des Winters äußerst erfolgreich aus mit zweimal Silber für Deutschland bei Frauen-WM und Männer-EM. „Das waren richtig tolle Erfolge, wir haben gezeigt, dass wir mit Frauen und Männern mit der Weltspitze mithalten können. Wir haben in beiden Finals stark gespielt, haben zudem bei beiden Turnieren Frankreich geschlagen“, sagte Meckes. Allerdings sei bei den Männern die Weltspitze äußerst eng beieinander. „Da müssen wir hart arbeiten, um den Erfolg zu bestätigen. Die EM hätte auch anders laufen können“, sagte der Vorstand Sport, bevor am Donnerstagabend die Silbermedaillengewinner von Herning gebührend gefeiert wurden. „Solche Spiele wie gegen den Topgegner Ägypten bringen uns mit Blick auf die Heim-WM absolut weiter.“
Auf was sich die deutsche Mannschaft bei der WM 2027 definitiv freuen kann, sind volle Hallen. Denn bereits seit einigen Wochen sind keine Tickets für die Vorrundenspiele im SAP Garden in München und (im Falle der Qualifikation) der Hauptrunde in der LANXESS arena in Köln mehr erhältlich. „Einen solchen Run auf Tickets haben wir noch nie erlebt. Das wird definitiv ein erfolgreiches Turnier“, sagte Schober. 300 Tage vor dem Eröffnungsspiel sind bereits 55 bis 60 Prozent aller WM-Tickets verkauft. Der DHB plant mit einem Umsatz von 35 Millionen für die WM 2027, ähnlich wie bei der Heim-EM 2024.
Passend dazu gaben der Weltverband IHF und der DHB am Donnerstag auch die Gruppenköpfe für die WM-Vorrunde bekannt. Neben Deutschland startet in München die Mannschaft aus Kroatien in die WM, für Magdeburg sind Island und Portugal gesetzt, für Stuttgart Frankreich und die Schweiz – wenn diese Teams die WM-Qualifikation verpassen, sind deren Play-off-Gegner Italien und Schweiz gesetzt. In Kiel spielen Weltmeister Dänemark und Schweden. Ende Mai stehen alle 32 WM-Teilnehmer fest, am 10. Juni werden die acht Gruppen im Münchener Hofbräuhaus ausgelost. „Da aus jeder Vorrundengruppe drei der vier Teams weiterkommen, geht das Turnier eigentlich erst in den Hauptrunden in Köln und Hannover richtig los. Die Favoriten sind durch die Setzung auf die Gruppen bunt verteilt, dazu kommen noch weitere Topteams wie Norwegen oder Ägypten. Definitiv werden alle Mannschaften Vollgas geben müssen“, sagte Ingo Meckes, der zudem bekanntgab, dass die Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Alfred Gislasonauf jeden Fall „weit vor der WM“ abgeschlossen sein sollen.
Ein weiteres Thema bei der DHB-Pressekonferenz war die deutsche Olympiabewerbung. Für das Referendum für die Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region hat die Briefwahl gerade begonnen. „Rhein-Ruhr wäre ein toller Standort, das Olympische Handballturnier würde in der Westfalenhalle stattfinden, die Finalspiele in der MERKUR-Spiel-Arena. Die Westfalenhalle hat eine so lange Handballtradition, das wäre sehr gut. Generell will der DHB dabei helfen, dass Deutschland Olympiagastgeber wird“, betonte Schober.
(BP)