DHB-Präsident Andreas Michelmann und Olympiapark-Chefin Marion Schöne. - Foto: Marco Wolf
DHB-Präsident Andreas Michelmann und Olympiapark-Chefin Marion Schöne. - Foto: Marco Wolf

Geburtsort des olympischen Hallenhandballs

16.06.2026 | Verband

 

Historischer Handball des DHB für Olympiahalle München

Die Olympiahalle München ist seit dem vergangenen Mittwoch um eine Auszeichnung reicher: den „Historischen Handball des DHB“ – verliehen von DHB-Präsident Andreas Michelmann an Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark München GmbH, am Rande der Auslosung der WM 2027 im Hofbräuhaus München. Der Deutsche Handballbund (DHB) zeichnet jene Orte mit einem „Historischen Handball des DHB“ aus, an denen in herausragender Weise der Handballsport in unserem Lande geprägt worden ist. Die Olympiahalle München ist ein solcher herausragender Ort.

Die Olympiahalle wurde anlässlich der Olympischen Spiele 1972 gebaut und eingeweiht. Sie war unter anderem Austragungsstätte des olympischen Turniers im Hallenhandball der Männer. Das war zugleich eine olympische Premiere. Insofern lässt sich die Olympiahalle München als der historischer „Geburtsort“ des olympischen Hallenhandballs ausweisen. Mit den Spielen in der Olympiahalle München ist die Entwicklung des Handballs nicht nur national in der Bundesrepublik Deutschland, sondern ganz entscheidend auch international für das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Internationale Handball Föderation (IHF) mitgeprägt worden.

Die Handballpremiere in der Olympiahalle München und an den weiteren Spielorten in Augsburg, Böblingen, Göppingen und Ulm kann rückblickend als gelungen betrachtet werden – denn: Seit München 1972 gehört Hallenhandball fortlaufend zum Programm bei Olympischen Spielen, auch für Frauen, die vier Jahre später in Montreal erstmals dabei waren.

Die Handballpremiere für die Auswahl des DHB 1972 in der Münchener Olympiahalle – das sei aus Chronistenpflicht angemerkt – ging leider ziemlich daneben: gleich im ersten Spiel mit einer 11:13-Niederlage gegen Rumänien. Der Auswahl des Deutschen Handballverbandes der DDR ging es allerdings nicht viel besser: Sie verlor ihr erstes Spiel in der Olympiahalle mit 11:8 gegen die Sowjetunion. Am Ende sprang für das DHB-Team (nur) Platz sechs heraus; die DDR-Mannschaft erreichte (nur) Rang vier.

Zeitzeugen erinnern sich noch an den grandiosen Olympiasieg einer jugoslawischen Mannschaft mit dem heute 91-jährigen Vlado Stenzel als Trainer. Genau sechs Jahre später sollte Stenzel als Bundestrainer des DHB-Teams in Kopenhagen sensationell Weltmeister werden … 

Etliche Handballspiele haben seit 1972 in der Olympiahalle München in nunmehr über 50 Jahren stattgefunden – darunter herausragende Partien:

  • Dort fanden Handballspiele im Rahmen der 10. Weltmeisterschaft 1982 und der 26. Weltmeisterschaft 2019 der Männer statt.
  • Dort fanden Spiele im Rahmen der 16. Europameisterschaft der Männer im Jahre 2024 statt.
  • Dort fanden Finalspiele im Europapokal der Landesmeister der Männer statt, darunter am 22. April 1979 das deutsch-deutsche Duell zwischen dem TV Großwallstadt und SC Empor Rostock (14:10).
  • Dort fanden zwischen 2005 und 2012 zahlreiche Spiele um den Supercup des DHB zwischen dem Deutschen Meister und dem DHB-Pokalsieger der Männer statt.
  • Dort hat der DHB am 5. November 2023 seinen Tag des Handballs als „Handball-Triple“ mit drei Länderspielen hintereinander veranstaltet.
  • Dort fanden zahlreiche Länderspiele der DHB-Teams statt, von denen uns allen mindestens eins in ganz besonderer Erinnerung geblieben ist: Das deutsch-deutsche Duell um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 1976 in Montreal zwischen dem DHB und dem DHV der DDR. Das war am 20. Dezember 1975. Das Spiel endete 17:14; Joachim Deckarm warf allein neun Tore. Nach dem 8:11 aus dem Rückspiel qualifizierte sich das DHB-Team bekanntlich erneut für Olympia.

Der DHB hat bisher einen „Historischen Handball des DHB“ an folgende drei Orte bzw. Sportstätten vergeben: 

  • Stadthalle Mülheim (2024, Gründungsort des DHB 1949) 
  • Stadion am Zoo Halle/Saale (2025, Austragungsort des ersten Feldhandball-Länderspiels 1925)
  • Dortmunder Westfalenhalle (2025, weltweit bekannte „Kultstätte“ des Handballsports in Deutschland seit 1954)

Detlef Kuhlmann