Kurt Steuer, eingerahmt von Dr. med. Christian Schneider und Prof. Dr. med. Martin Engelhardt, Vorständen von „Verbandsärzte Deutschland e.V.“ - Foto: Andreas Wetzel
Kurt Steuer, eingerahmt von Dr. med. Christian Schneider und Prof. Dr. med. Martin Engelhardt, Vorständen von „Verbandsärzte Deutschland e.V.“ - Foto: Andreas Wetzel

Kurt Steuer ist Sportarzt des Jahres 2026

12.06.2026 | Verband

 

GOTS ehrt ehemaligen Arzt der Männer-Nationalmannschaft

Prof. Dr. Kurt Steuer – Orthopäde, Unfallchirurg, Sportmediziner aus Bad Honnef – hat am Donnerstag in Osnabrück die Auszeichnung „GOTS Sportarzt des Jahres“ erhalten. Die Auszeichnung wird jährlich von den Verbandsärzten Deutschland e.V. und der GOTS auf dem Jahreskongress der GOTS verliehen. Um den begehrten Titel zu erhalten, muss der „Sportarzt des Jahres” wichtige Voraussetzungen erfüllen: unter anderem die kontinuierliche Betreuung einer Nationalmannschaft einer olympischen Sportart als Verbandsarzt, die strikte Einhaltung einer ethisch sauberen Medizin, einen aktiven Einsatz im betreuenden Verband zur Erhöhung der Sicherheitsstandards sowie zur Optimierung von Gerät und Wettkampfstätte zur Vermeidung von Sportverletzungen und Sportschäden, sowie überdurchschnittliche Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Gebiet der praktischen Sportmedizin.

Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann begann Kurt Steuer sein Studium der Humanmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Studienbegleitend arbeitete er im Pflegedienst, 1986 erhielt er die Approbation als Arzt, 1987 schloss er die Promotion mit der Note „sehr gut“ ab.

Von 1987 bis 1999 folgten Tätigkeiten als Assistenzarzt in chirurgischen Abteilungen am Dreifaltigkeitskrankenhaus Wesseling, dem St. Elisabeth Krankenhaus Bonn und in der Unfallchirurgie der Universitätsklinik Bonn. Währenddessen erfolgte die Anerkennung zum Facharzt für Chirurgie und für den Schwerpunkt Unfallchirurgie.

Ab 1999 übernahm Prof. Dr. Kurt Steuer als Chefarzt die Abteilung für Unfall- und Gelenkchirurgie am Bürgerhospital zum Heiligen Johannes dem Täufer in Bonn, ehe er dann 2002 unfallchirurgischer Belegarzt im Johanniter Krankenhaus (heute: Evangelische Kliniken) Bonn wurde. Im Oktober 2004 über nahm er als Chefarzt die Abteilung für Orthopäde und Unfallchirurgie des Waldkrankenhauses Bonn Bad Godesberg. 2022 verabschiedete er sich in den Ruhestand.

Aus Leidenschaft zum Handball, übernahm Kurt Steuer 1986 - schon früh in seiner Laufbahn - die sportmedizinische Betreuung des Westdeutschen Handballverbandes. Ab 1988 folgte dann zusätzlich eine langjährige Tätigkeit als Mannschaftsarzt der Männer und Nachwuchsspieler des Deutschen Handballbundes (DHB). 2016 freute er sich mit Dagur Sigurdsson über den Europameister-Titel und er war dabei, als es die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Rio gab. 2021 war er bei den Olympischen Spielen in Tokio, danach übergab er die Aufgabe als leitender Verbandsarzt an Dr. Philip Lübke. Für den DHB ist er allerdings weiter im Einsatz: In wenigen Tagen reist Steuer als Doc der weiblichen U20-Nationalmannschaft zur WM nach China.

Als Lehrbeauftragter an der Deutschen Sporthochschule Köln gab Kurt Steuer am Institut für Sportorthopädie und Traumatologie sein Wissen gern an die jüngere Generation weiter. Aber auch am Institut für Sportwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ließen sich viele junge Ärzte und Sportmediziner mit Begeisterung sein Wissen in spannenden, durchdachten Vorträgen vermitteln und gern in ihrer Arbeit betreuen.

Seit etwa acht Jahren lebt Kurt Steuer mit seiner Frau zehn von zwölf Monaten in Koroni, südliche Peloponnes, in Griechenland. Dort hat sich der rührige und sympathische Sportarzt der Landwirtschaft – speziell der Produktion von Olivenöl - verschrieben. Mit altem Traktor und viel Handarbeit pflegt er die Bäume und erntet die Oliven. Zusätzlich widmet er sich seiner Leidenschaft: dem An- und Ausbau des Shiraz-Weines.

Das unmittelbare Vorschlagsrecht zum „Sportarzt des Jahres“ steht dem Vorsitzenden der Verbandsärzte, dem Präsidenten und den drei Vizepräsidenten der GOTS zu. Vorschläge können jedoch auch Sportärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie das Präsidium der „Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention” einreichen. Über die Auszeichnung als „Sportarzt des Jahres” entscheidet der Vorstand der GOTS mit einfacher Mehrheit. Weitere Informationen: www.gots.org